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Die Straftaten-Karte: In den dunkelgrünen Bereichen gab es nur 0 bis 10 Straftaten pro 1000 Einwohner, in den orangenen über 50 pro 1000.

Kriminalstatistik des Landkreises Dachau

Weniger Einbrüche, mehr Diebstähle

Im Landkreis Dachau werden im bayernweiten Vergleich deutlich weniger Straftaten begangen. Und obwohl die Kriminalität 2015 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist, darf sich die Polizeiinspektion nicht zurücklehnen – bei der Aufklärungsquote hinkt Dachau hinterher.

Aus der Kriminalitätsstatistik 2015 der Polizeiinspektion Dachau ist herauszulesen, dass der Landkreis Dachau weiterhin ein sicherer Landkreis ist, in dem sich relativ wenig Straftaten ereignen. Im vergangenen Jahr wurden, Verkehrs- und Staatsschutzdelikte ausgenommen, insgesamt 5306 Straftaten verzeichnet, was einem Rückgang von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2014 entspricht. Das liegt vor allem am Rückgang der Straftaten in der Stadt Dachau um 8,9 Prozent. Somit wurden im Landkreis pro 100 000 Einwohner nur 3627 Straftaten begangen – durchschnittlich sind es in Bayern 6350. Besonders wenige Straftaten je Einwohner ereigneten sich in Markt Indersdorf. Auffällig stark zurückgegangen ist die Anzahl der Fälle in Pfaffenhofen an der Glonn mit -37,8 Prozent.

Den größten Anteil der Delikte im Landkreis macht mit 30,1 Prozent der Diebstahl aus. Während schwerer Diebstahl rückläufig ist, stiegen die Fälle des einfachen Diebstahls bereits zum zweiten Mal in Folge an. Auffällig war insbesondere die starke Zunahme an Diebstählen an bzw. aus Autos. 2014 waren es 165; 2015 260 Fälle. Zudem gab es im Landkreis mehr Vermögensdelikte wie Betrug, Erpressung oder Hehlerei und Fälschungsdelikte. Auffällig auch: Internetbetrügereien nehmen immer mehr zu. Erhöht haben sich auch die Verstöße nach dem Ausländerrecht, was natürlich mit der gestiegenen Zahl an Asylbewerbern einhergeht.

Erfreulich hingegen ist der deutliche Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten (582 gegenüber 645 im Vorjahr) und Sachbeschädigungen (617 gegenüber 707). Entgegen des bundesweiten Trends (+10 Prozent) ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im Landkreis von 111 im Jahr 2014 auf 90 gesunken. Es konnte jedoch nur etwa jeder zehnte Wohnungseinbruch aufgeklärt werden.

Die Aufklärungsquote bei Straftaten lag im Landkreis vergangenes insgesamt nur bei 59,1 Prozent (2014 59,9 Prozent), während der Durchschnitt in Oberbayern Nord 64,9 Prozent betrug.

Von den 2698 ermittelten Tatverdächtigten im Landkreis waren 76,1 Prozent Männer. Der Ausländeranteil in der Bevölkerung beträgt in Bayern derzeit 10,3 Prozent. Obwohl das 0,6 Prozent mehr als 2014 sind, stieg der Ausländeranteil bei den Tatverdächtigen (ausgenommen ausländerrechtliche Verstöße) im Landkreis Dachau nur um 0,3 Prozent auf 34,8 Prozent. Trotzdem sind nichtdeutsche Tatverdächtige im Vergleich zum Bevölkerungsanteil überproportional auffällig. Über 86 Prozent der sogenannten nichtdeutschen Tatverdächtigen halten sich legal im Land auf. 4,2 Prozent der Tatverdächtigen im Landkreis sind Asylbewerber.

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