Die Kritiker schaden der Jugend

Dachau - Landrat Hansjörg Christmann (CSU) hat die Gegner von neuen Gewerbegebieten im Landkreis scharf kritisiert. Auf dem Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft warf der Landrat den Gewerbe-Kritikern vor, der Zukunft der Jugend zu schaden.

Dachau - Am 19. Dezember erlitten die Befürworter von wohnortnahen Gewerbegebieten im Landkreis eine schwere Niederlage. An jenem vierten Adventssonntag hatten die Karlsfelder Bürger den Bau eines Gewerbegebiets am Stadtrand von Dachau-Ost in einem Bürgerentscheid mehrheitlich abgelehnt.

Hansjörg Christmann hält das für die falsche Entscheidung. Daraus machte der Landrat knapp einen Monat später in seinem Grußwort auf dem Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft kein Geheimnis. „Jedes Gewerbegebiet im Landkreis, das nicht geschaffen wird, ist zum Schaden der Menschen im Landkreis“, urteilte Christmann vor etwa 130 Zuhörern im Foyer der Volksbank in der Dachauer Altstadt.

Treibende Kraft hinter dem Nein der Karlsfelder war die Bürgerinitiative (BI) Grünzug Dachau und Karlsfeld, die lautstark und schließlich erfolgreich gegen das von der Karlsfelder CSU und SPD gewünschte Gewerbegebiet mobil gemacht hatte.

In der BI agierten damals zahlreiche Rentner und Pensionäre als Wortführer. Und genau jenen verpasste der Landrat nun mit deutlichen Worten eine volle Breitseite: „Ich wünsche so manchem Wohlstandsbürger, der vorzeitig in Ruhestand gegangen ist, dass er sich für Jugendliche engagiert und nicht in Bürgerinitiativen, die unserer Zukunft schaden.“

Für Christmann gibt es im Landkreis zu wenige Arbeitsplätze. In der Tat arbeiten 35 000 Bürger außerhalb der Landkreisgrenzen. „Es sind unsere Jugendlichen, die unter dieser Situation leiden“, monierte Christmann auf dem Neujahrsempfang in Bezug auf die geringe Anzahl wohnortnaher Arbeitsplätze.

Tags darauf läutete der Landrat dann zur zweiten Runde. In einem Pressegespräch zum am 29. Januar im Landratsamt stattfindenden Existenzgründertag nannte Christmann die Schaffung von Arbeitsplätzen als sein großes Anliegen - „auch wenn die Stimmung in der Bevölkerung bezüglich dieser Notwendigkeiten nicht übertrieben positiv ist“. Es sei ein Irrglaube, dass nur Arbeitsplätze im Bereich der Hochtechnologie geschafft werden können. Um die Ansiedlung anderer Unternehmen, zum Beispiel verkehrsintensive Logistikunternehmen, werde man im Landkreis nicht herumkommen.

Auch Dachaus Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) bezog bei einem Treffen mit den Paten der Integrativen Stadtentwicklung (Bürgerbeteiligung der Stadt Dachau) am Dienstag klar Position für neue Gewerbegebiete. „Arbeitsplätze schaffen ohne Gewerbegebiet, das geht einfach nicht.“ Jedoch hält es der OB für unbedingt notwendig, dass sich die Gewerbeflächen im Eigentum der Stadt befinden. Nur dann könne die Stadt genau bestimmen, welche Betriebe sich ansiedeln.

(flg)

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