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„Der Kunstbaum“ heißt der aufwendig gestaltete Bildband, den Klaus Münzenmaier für Monika Siebmanns zusammengestellt hat.

Bildband zum Werk von Monika Siebmanns

Drei Jahrzehnte in vier Kapiteln

Dachau - 4,8 Kilo schwer ist die Hommage, die Klaus Münzenmaier für die Dachauer Künstlerin Monika Siebmanns erstellt hat. 30 Jahre künstlerisches Schaffen sind in diesem Bildband zusammengefasst. Der Titel „Der Kunstbaum“ hat eine ganz besondere Bedeutung.

Monika Siebmanns sitzt ein wenig angespannt vor dem Irish-Pub in der Altstadt. Um sie herum ihre Freunde, unter anderem von der Künstlervereinigung Dachau. Es ist ein besonderer, lauer Sommerabend für die Bildhauerin und Keramikerin aus Dachau. Doch was ihr Freund, der Buchautor und ehemalige Gymnasiallehrer Klaus Münzenmaier, für sie vorbereitet hat, davon ahnt sie nichts.

Der 66-Jährige steht neben ihr und bittet die Gäste in den Pub. Auf dem Tisch in der Mitte liegt ein großes, verpacktes Geschenk für die KVD-Künstlerin. An dieser Überraschung hat Münzenmaier ein halbes Jahr lang gearbeitet. Und sich bei Minusgraden morgens im Schnee gewälzt, um Fotos von Siebmanns Kunst-am-Bau-Projekt am Udldinger Hang zu machen.

„Was rauskam, ist 4,8 Kilo schwer“, erzählt der ehemalige Lehrer grinsend. Langsam packt Monika Siebmanns das Geschenk aus – darin ist ein über 200-seitiger Bildband „Der Kunstbaum“. Ihr künstlerisches Schaffen der vergangenen 30 Jahre zusammengetragen. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll“, sagt Monika Siebmanns. Sie ist den Tränen nahe.

„Es ist natürlich eine Hommage“, erzählt Münzenmaier: „Und ich wollte ihr damit auch eine Freude machen.“

Es ist nicht das erste Buch, das der Dachauer veröffentlicht. In den vergangenen 30 Jahren hat er bereits Kochbücher, Drehbücher für Musicals am ITG und vor allem Kinderbücher geschrieben. Außerdem hat er bereits einen Bildband über die Werke des Dachauer Künstlers Heinz Eder veröffentlicht.

Mit dem Bildband „Der Kunstbaum“ über die Bildhauerin und Keramikerin Monika Siebmanns wollte Münzenmaier nun etwas Besonderes zeigen: „Ich wollte darin sehen und fühlen lassen, wie sie sich künstlerisch entwickelt hat.“

Das Buch mit seinem Fettleder-Einband beinhaltet vier Kapitel. Das erste heißt „Galerien“ und zeigt Fotos von Werken, die Monika Siebmanns in Indien, Russland oder Paraguay ausgestellt hat. Im Kapitel „Studio“ sind Aufnahmen von ihren Skulpturen im Fotostudio zu sehen. Das dritte Kapitel „Ambiente“ zeigt ihre verkauften Arbeiten, wie sie heute zum Beispiel in Wohnzimmern oder Gärten zu finden sind. Oder die Kunst-am-Bauprojekte, die Klaus Münzenmaier auf dem Rücken liegend im Schnee fotografiert hat.

Der letzte Teil im Bildband „Experimente“ zeigt außergewöhnliche Arbeiten der Dachauerin, bei deren Erstellung sie zum Beispiel Fischknochen aus Sibirien oder Felsabschürfungen aus Italien einfließen ließ.

Den Titel „Der Kunstbaum“ wählte Münzenmaier nach einem realen Baum, den der New Yorker Kunstprofessor Sam Van Aken von der Syracuse University in New York gezüchtet hat: „Es ist ein Baum, der 40 verschiedene Früchte trägt und immer wieder neu veredelt wurde.“

So sei es auch mit dem künstlerischen Schaffen seiner Freundin Monika Siebmanns gewesen: Nachdem sich ihre künstlerischen Wurzeln gefestigt haben, sind immer wieder neue Äste, wie zum Beispiel neue Materialien wie die Verbindung von Glas und Ton dazugekommen.

Monika Siebmanns ist ziemlich sprachlos an diesem Abend im Pub. Sie blättert in ihrem Bildband. „An vieles kann ich mich gar nicht mehr erinnern“, flüstert sie und lächelt Klaus Münzenmaier an.

„Der Kunstbaum“

über das künstlerische Schaffen von Monika Siebmanns ist auf Anfrage bei Klaus Münzenmaier unter archeklaus@web.de erhältlich. Die acht vorhandenen Bildbände kosten jeweils 200 Euro. Miriam Kohr

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