Kundgebung an neuer Asylunterkunft am Himmelreichweg

Eine Kundgebung für gute Nachbarschaft

Dachau - Am Mittwoch wird die neue Asylbewerberunterkunft am Himmelreichweg eingeweiht. Der Runde Tisch gegen Rassismus will  zusammen mit der Nachbarschaft in Dachau-Süd ein Zeichen setzen und veranstaltet eine Kundgebung.

Eine Kundgebung für „solidarische Flüchtlingspolitik und gute Nachbarschaft“ soll es werden: Dazu lädt der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau am heutigen Mittwoch ab 17 Uhr an den Himmelreichweg ein, um die Eröffnung der neuen Asylbewerberunterkunft in Dachau-Süd zu begleiten. Der Runde Tisch reagiert damit auf die Gründung einer Initiative gegen die Asylunterkunft. Rund 550 Bürger aus Dachau unterstützen eine entsprechende Petition im Internet. Doch die Argumente, die zur Begründung der Petition vorgebracht werden, haben Landrat Stefan Löwl und Oberbürgermeister Florian Hartmann bereits auf der Infoveranstaltung im Ludwig-Thoma-Haus entkräftet. Löwl betonte, dass es im Landkreis noch keine Übergriffe von Flüchtlingen auf Bürger gegeben habe – bis auf einen einzigen Fall in Indersdorf, wo ein betrunkener Flüchtling Frauen im Supermarkt sexuell belästigte. „Was es aber gibt: interne Streitigkeiten.“ Laut Löwl machen von rund 1900 Asylbewerbern 20 Probleme. Das bestätigte auch die Dachauer Polizei. In die neuen Containerunterkünfte am Himmelreichweg, in der 100 Asylsuchende untergebracht werden können, werden ab nächster Woche die ersten Flüchtlinge einziehen. Die Unterkunft wird heute ab 17 Uhr eingeweiht und gesegnet und kann besichtigt werden.

Der Runde Tisch will heute zusammen mit der Nachbarschaft Dachau-Süd ein Zeichen setzen, dass die neuen Nachbarn willkommen sind. Sören Schneider, Sprecher vom Runden Tisch gegen Rassismus, hofft, „dass die Menschen nun erst einmal ein sicheres Zuhause mit gut nachbarschaftlichen Beziehungen finden werden“. In einem kurzen Interview erklärt er, warum der Runde Tisch die Kundgebung veranstaltet.

-Herr Schneider, warum ist es wichtig, genau am Himmelreichweg die Kundgebung zu veranstalten? Weil dort die neuen Containerunterkünfte am Mittwoch eingeweiht werden. Da dort die Gelegenheit für alle Interessierten besteht, sich zu informieren und die Räumlichkeiten anzuschauen, bietet sich der Standort auch für unser Anliegen an. 

-Welches Zeichen wollen Sie setzen und was hat der Runde Tisch für die Kundgebung geplant? Der Runde Tisch möchte mit der Kundgebung ein Zeichen dafür setzen, dass gute Nachbarschaft mit Asylsuchenden ohne weiteres möglich ist, auch in Dachau-Süd. Die im Vorfeld verbreiteten Gerüchte und Ängste sind unbegründet. Wir sind uns sicher, dass das viele Anwohner in Dachau-Süd genauso sehen. 

-Was entgegnen Sie den Unterstützern der Initiative gegen die Asyl-Unterkunft? Es mag sein, dass man neuen Nachbarn mit Skepsis begegnet. Aber man kann ihnen trotzdem mit Gelassenheit und Neugier gegenübertreten und sich auf sie einlassen, genau wie man das mit jedem anderen Nachbarn machen kann, der nicht unbedingt eine jahrelange Flucht hinter sich hat.

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