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Kunstkreis Karlsfeld: Hannelore Kraus und Renate Haffner stellen aus

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Eine Ausstellung, zwei Künstlerinnen: Hannelore Kraus (links) und Renate Haffner präsentieren ausgewählte Werke in der Galerie am Drosselanger. Foto: don
Eine Ausstellung, zwei Künstlerinnen: Hannelore Kraus (links) und Renate Haffner präsentieren ausgewählte Werke in der Galerie am Drosselanger. Foto: don

Karlsfeld - „Sehen und verstehen“, dazu fordern die beiden Malerinnen Renate Haffner und Hannelore Kraus die Besucher ihrer Ausstellung auf. Es ist ihre erste gemeinsame beim Kunstkreis Karlsfeld.

Aus dem Besuch desselben Malseminars an der Akademie der Bildenden Künste in München ist eine Freundschaft geworden. Renate Haffner und Hannelore Kraus traten dem Karlsfelder Kunstkreis bei, das war vor etwa 20 Jahren. In der Folge haben sie auch ausgestellt, einzeln. Für beide ist es nun die erste gemeinsame Präsentation. Die Künstlerinnen arbeiten mit Strukturen - auf ihre eigene Art. Wie unterschiedlich das aussieht, kann man an den folgenden Wochenenden in der GalerieKunstwerkstatt am Drosselanger 7 betrachten.

Renate Haffner benutzt ihren Fotoapparat und ihr Gedächtnis als Skizzenblock. In leuchtenden Acrylfarben und vielen Schichten bannt sie die Strukturen aus der Natur auf Leinwand. Sie greift dazu in bunte Farbtöpfe. Was entsteht, sind bunte Linien und Formen, die in ihrer brillanten Farbigkeit nur entfernt an Blätter, Blüten oder Astwerk erinnern - oder Lianen im Urwald in wildem Wuchs.

Die Inspiration eines Kamelbaums, wie er in der marokkanischen Wüste wächst, hat sie für zwei klar definierte Bildkompositionen inspiriert: Wie ein verästeltes Netzwerk, einmal in blauem Grundton, einmal rot und dicht gestaltet, hat sie die natürlichen Strukturen umgesetzt, dabei die Umrisse mit zweiter Farbe schattiert. So stellt man sich ein Dornengestrüpp, Dickicht, Wildnis vor. Es ist ein Labyrinth, das nicht ängstigt oder verunsichert, sondern aus der Wirrnis hinführt zum eigenen Inneren. Wie sehr ihre Bildwerke Natur reflektieren, hat auch ein Haiku-Dichter entdeckt und mit einer Abbildung von Haffner seinen Gedichtband „Birken“ illustriert. Dies wiederum hat der Malerin einen neuen Impuls gegeben: Sie hat sich selbst als Poetin im japanischen Versmaß versucht. „Ganz privat, nicht zur Veröffentlichung“, sagt sie mit einem Lächeln.

Hannelore Kraus zeigt feine Tuschezeichnungen, in denen man Strukturen entdecken kann, wie sie in Tier- und Pflanzenwelt vorkommen, die man „sehen und verstehen“ kann. Der Unterschied zu ihrer Kollegin ist, dass sie diese Bilder nicht bewusst entwickelt. Vielmehr setzt sie winzigste Striche, dicht an dicht - waagrecht, senkrecht, diagonal mit Tuschestift auf Papier. Manchmal kommt auch die Lupe zum Einsatz. Stunden um Stunden arbeitet sie daran, vergrößert den „Fleck“ in verschiedene Richtung, bis sie denkt, jetzt ist es genug.

Vor welligem Blattwerk oder umrahmt von einem Zweig entdeckt man ein Tier, in einer anderen Zeichnung ein Urtier. Geheimnisvolle Poesie in sanftem Grauton. Trotz der klaren Schwarz-Weiß-Komposition haben die Bilder nichts kantiges. Der Kontrast ist weich, alles wirkt rund und harmonisch.

Hannelore Kraus hat sich für diese Ausstellung auf zwei Formatgrößen festgelegt, die sie einheitlich ein schmale Silberrahmen gefasst hat. Der Betrachter wird über das Betrachten und Entdecken in die Tiefe seiner Gedankenwelt geführt: Er wird fortgebeamt zu seinem stillen Kern, wo er sich wohlfühlen kann mit der Wiederentdeckung der Natur.

Die Ausstellung wird am heutigen Freitag um 19 Uhr mit der Vernissage eröffnet. Sie ist dann am 20. und 21. sowie am 27. und 28. April jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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