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Freude bei der Eröffnung: Andrea von Haniel und der Haimhauser Bildhauer Wolfgang Sand. 

Kunstwerk beim Haimhauser E-Werk

Kunstwerk beim Haimhauser E-Werk: Der interaktive Brunnen

Haimhausen hat einen neuen Brunnen. Einen ganz besonderen obendrein. Er ist interaktiv und folgt dem Motto, das der Künstler auf einer Tafel verewigt hat: „Panta rhei“.

Haimhausen – Der Haimhauser Künstler Wolfgang Sand hat im Auftrag des E-Werks Haniel einen Brunnen entworfen. Das Kunstwerk aus Stein und Bronze steht auf dem Gelände des Wasserkraftwerks an der Dachauer Straße und ist für Spaziergänger frei zugänglich. Das Besondere: Der Brunnen ist interaktiv.

Über einen kleinen Hebel kann man den Wasserverlauf so lenken, dass ein Mühlrad angetrieben wird – ein stimmiges Bild für die Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung.

Andrea von Haniel, die das Unternehmen bereits in der vierten Generation leitet, zeigte sich überglücklich, als zum ersten Mal das Wasser floss. Zwei Jahre freute sie sich auf diesen Moment. Solange nahm die Fertigstellung in Anspruch. „Wasser ist Leben und wenn wir heute auf umweltfreundliche Weise Strom daraus gewinnen für die Abläufe des modernen Lebens

ist das eine schöne Sache“, sagte die Unternehmerin bei der Eröffnung.

Das Motto des griechischen Philosophen Heraklit „panta rhei“ ziert den Brunnen mit einer kleinen Bronzetafel. Es bedeutet „alles fließt“ und steht dafür, dass es besser ist mitzufließen im Fluss des Lebens, als sich quer zu stellen. Bildhauer Wolfgang Sand: „Das Zitat und der Brunnen stehen auch für die Lebenszyklen, in denen sich alles immer wieder erneuert.“

Der Brunnen ist neben den beiden Brunnen an der Haupt- und an der Dorfstraße bereits der dritte des Künstlers für Haimhausen, weitere stehen in Italien, Kanada oder in der Leopoldstraße in München (Bally-Prell-Brunnen). Sand hatte erst im vergangenen Herbst eine große Ausstellung in der Volksbank Raiffeisenbank Dachau, wo er Zeichnungen und Skulpturen zeigte.

Bürgermeister Peter Felbermeier meinte in seinem Grußwort: „Dieser Brunnen ist eine echte Bereicherung für unseren Ort. Denn Brunnen machen Freude. Früher gab es ja fast auf jedem Hof einen Brunnen, heute kommt das Wasser quasi unsichtbar aus der Leitung.“

Genauso wie der Strom, der heute ganz selbstverständlich einfach aus der Steckdose an der Wand kommt. Doch diesen Service gibt es bei uns erst seit rund 120 Jahren. James Eduard von Haniel ist einer der Pioniere der Elektrifizierung. 1902 lässt er das erste Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung in Haimhausen an der Amper bauen. Bis in die 1950er Jahre schließt die Familie Haniel ganz Haimhausen an ihr Stromnetz an. Dann wird die Kapazität zu gering und es muss Strom von den Isar-Amper-Werken dazugekauft werden.

Heute besteht das E-Werk Haniel aus vier Kraftwerksanlagen, die ökologischen Strom erzeugen und verkaufen. Und wenn die Kapazitäten nicht ausreichen, wird ausschließlich Öko-Strom zugekauft, um die Versorgung der Kunden sicherzustellen.

Wichtig ist Andrea von Haniel aber auch, dass mit den Anlagen so wenig wie möglich in natürliche Abläufe eingegriffen wird. Deshalb gibt es Fischtreppen und engmaschige Rechen an den Einläufen, die verhindern, dass Fische durch die Turbinen gezogen werden.

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