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Trägt kurz: Frauenklinik-Oberärztin Andrea Stuber.

Amperkliniken Dachau

Götter in kurzen Ärmeln

Als richtige Dreckschleudern gelten die langärmligen Arztkittel in der Krankenhaushygiene. Vor allem an den Ärmeln der weißen Roben bleiben viele Keime hängen. Eine Möglichkeit, diese nicht weiterzugeben, sind kurzärmelige Kittel. In den Amperkliniken gibt es die schon längst – allerdings noch nicht am Krankenbett.

achau – Ab April dieses Jahres mustert der Klinikkonzern Asklepios deutschlandweit den langärmligen Arztkittel endgültig aus: Kurze Ärmel sind nun nicht nur im Operationssaal und auf der Intensivstation angesagt, sondern auch bei der Visite am Krankenbett. Damit folgt der Klinikverband den bereits langjährigen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Helios-Amperkliniken Dachau und Indersdorf wollen die langärmligen Kittel zum Teil beibehalten und setzen auf andere Hygienemaßnahmen. „Die Ärmel von Arztkitteln können mit Krankenhauserregern besiedelt werden“, sagt die Pressesprecherin des Helios-Amperklinikums Beatrice Charrier. „Bei direktem Patientenkontakt, zum Beispiel bei einem Verbandswechsel, könnten die Erreger auf die Wunde übertragen werden und zu einer Infektion führen.“ Deshalb dürfen in den Amperkliniken bei keimfreien Tätigkeiten keine langärmeligen Arztkittel getragen werden. Wissenschaftlich sei aber nicht erwiesen, dass der Arztkittel tatsächlich als Überträger von Infektionen diene, so Charrier.

Denn vor allem die Händedesinfektion sei ein wichtiger Punkt für das Dachauer Klinikum, um Keime zu reduzieren „Wichtiger Bestandteil unseres Hygienemanagements ist es daher, alle Mitarbeiter regelmäßig in der Händedesinfektion zu schulen und begleitend den Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln zu messen.“

Ganz auf die kurzärmeligen Kittel ist das Klinikum aber noch nicht umgestiegen: „Unsere Ärzte tragen grundsätzlich eine weiße Hose, weißes Polohemd oder Hemd und einen weißen Arztkittel.“ In Risikobereichen, wo Keime besonders gefährlich sind, sieht es wiederum anders aus: Auf der Intensivstation tragen die Ärzte im Amperklinikum beispielsweise schon kurzärmlige blaue Kasacks mit weißer Hose, bei Operationen kurzärmlige farbige Bereichskleidung und bei Patienten mit multiresistenten Erregern sogar einen patientenbezogenen Einmalschutzkittel.

In vielen Bereichen sind kurzärmlige Arztkittel im Amperklinikum also bereits im Einsatz, vor allem wenn die Mediziner intensiven Patientenkontakt haben. Am herkömmlichen Krankenbett sind Arztkittel mit Armfreiheit aber noch nicht vorgeschrieben, denn: „Entscheidend bleibt, entsprechend aller nationaler und internationaler Richtlinien, die Händedesinfektion vor und nach dem Kontakt mit dem Patienten“, so Charrier.

Ob das Dachauer Klinikum in Zukunft auf die kurzärmlige Variante umsteigen wird, steht aber derzeit noch in den Sternen. Klar ist aber, dass die Ärzte des Amperklinikums – auch ohne die klassische Langarmrobe – weiter als vertrauenswürdige Ärzte wahrgenommen werden sollen: „Sollten wir zu der Einschätzung kommen, dass unsere Ärzte künftig keine langärmligen Kittel mehr tragen, so werden sie nach wie vor aufgrund ihrer Kleidung klar erkennbar sein.“

Entgegen den Befürchtungen, dass bei kurzärmliger Arztkleidung das Vertrauen gegenüber dem Mediziner verloren gehen könnte, erklärt die Pressesprecherin: „Die ärztliche Kompetenz wird ja nicht allein durch die weiße Robe hergestellt, sondern viel mehr durch das Fachwissen unserer Ärzte.“

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