Erde aus der KZ-Plantage in Dachau erinnert nun in der Hofkirche Dresden an die Leidenszeit des jungen Priesters Alojs Andritzki, der im KZ Dachau ermordet wurde. Foto: KN

KZ-Erde am Märtyreraltar in der Hofkirche

Dachau/Dresden - Mitglieder der Kolpingfamilie haben ein Gefäß mit Erde aus der Dachauer KZ-Plantage, die Schwestern aus dem Karmelkloster Hl. Blut in Dachau ein Holzkreuz aus der Priesterbaracke zur Seligsprechung von Alojs Andritzki in die Hofkirche nach Dresden gebracht.

Es waren Requisiten, die das Augenmerk vieler der über 10000 Besucher auf sich zogen. Das Gefäß mit Erde, in Tuch eingeschlagen und beschriftet, verbleibt am so genannten Märtyreraltar, einem Seitenaltar der Hofkirche.

Alojs Andritzki wurde 1919 in Radibor, östlich von Dresden, geboren und dann im Alter von 20 Jahren zum Priester geweiht. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau abtransportiert. Dort wurde er 1943 mit einer Giftspritze ermordet.

Die Feier zu seiner Seligsprechung war wie ein Fest für Jugendliche und Sorben organisiert. Die Sorben sind ein Brückenvolksstamm hinüber zu Polen, deren Sprache dem Polnischen ähnlich ist. Auch Andritzki war Sorbe. Und er war an seiner ersten Seelsorgerstelle in Dresden Präfekt der Kapellknaben und Kolpingpräses, weswegen über 20 Kolpingruppen aus ganz Deutschland der Feier beiwohnten.

Zusammen mit Andritzki hat Dresden nun schon drei junge Märtyrer, deren Urnen nun im linken Seitenschiff der Hofkirche an einem separaten Märtyreraltar aufgestellt sind. (dn)

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