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Das historische Tor mit dem Schriftzug "Arbeit macht frei" wurde am Wochenende aus der KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlen.

Mit Brachialgewalt aufgestemmt

KZ-Gedenkstätte: Erste Spur zu den Tor-Dieben

Dachau - Wer hat das historische Tor aus der KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlen? Fest steht: Die Täter gingen mit Brachialgewalt vor. Erste Hinweise sind bereits eingegangen.

"Hier war erhebliche kriminelle Energie im Spiel." Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte in Dachau, ist auch am Montag noch fassungslos. Bislang unbekannte Täter haben am Wochenende die Tür mit dem historischen Schriftzug "Arbeit macht frei" aus der Gedenkstätte gestohlen. Mit Brachialgewalt, wie inzwischen feststeht.

Die Täter müssen das mit Widerhaken gesicherte Tor zuerst aufgeflext und dann mit aller Gewalt aus der Verankerung gestemmt haben. Zur Tat gibt es bereits mehrere Hinweise aus der Bevölkerung, diverse Spuren, denen die Polizei jetzt nachgeht, wie der Chef der Dachauer Polizei, Thomas Rauscher, erklärt. Wie viele und welcher Art, kann er am Montag nach der Tat noch nicht sagen. Auch, ob die Untersuchungen vor allem in Richtung Neonazi-Szene gehen, ist nicht bekannt. "Wir ermitteln in alle Richtungen", heißt es.

Kultusminister Ludwig Spaenle äußerte beim Ortstermin seine Betroffenheit. Das Ministerium erwäge nun Konsequenzen: "Wir müssen die bestehenden Sicherheitskonzepte analysieren und unter Umständen anpassen. Ob durch vermehrte Streifenfahrten oder technische Hilfsmittel, wird sich zeigen."

Die Verantwortlichen der KZ-Gedenkstätte denken ebenfalls intensiv über Videoüberwachung nach. "Wir werden uns mit anderen Gedenkstätten in Verbindung setzen und beraten, bevor wir eine Entscheidung fällen", sagt Hammermann.

Dirk Walter und Kathrin Brack

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