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Der Eingang zum ehemaligen KZ in Dachau

Inschrift erst 1972 wieder eingesetzt

KZ-Tür: Polizei sichtet Tankstellen-Videos

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Dachau – Auf der Suche nach der gestohlenen historischen Eingangstür des KZ Dachau hat die Polizei die Ermittlungen auf die weitere Umgebung des Tatorts ausgeweitet.

Sie hat die Videoaufzeichnungen umliegender Tankstellen gesichert. Diese würden nun ausgewertet, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord unserer Zeitung. Hintergrund ist, dass die bis zu 100 Kilo schwere Tür mit einem Fahrzeug transportiert worden sein muss. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Fahrzeug in der Nähe tanken musste. Vielleicht gebe es so eine neue Spur auf die Täter.

Die KZ-Tür mit der Inschrift „Arbeit macht frei“ war Sonntagfrüh vor zwei Wochen verschwunden. Bei dem Medienrummel, den die Tat erzeugte, stellte sich heraus, dass die KZ-Gedenkstätte bisher die Entstehungsgeschichte der Tür nicht im Detail recherchiert hatte. Dies wurde nun nachgeholt und auch eine Antwort auf die Frage gefunden, was an der Tür Original ist, und was nicht. Unmittelbar nach der Befreiung 1945 war der Schriftzug „Arbeit macht frei“ noch an der Tür. Ein später entstandenes Foto zeigt aber, dass der Schriftzug nachher – wohl von US-Soldaten – entfernt worden war. Das Foto ist ebenfalls auf die 1940er-Jahre zu datieren, weil die dahinterliegende Golgatha-Kirche auf dem früheren Appellplatz noch nicht zu sehen ist. Ein mittlerweile aufgefundenes Protokoll vom 15. Mai 1972 zeigt ferner, dass bis dahin die Inschrift noch nicht wieder eingesetzt war. Das wurde damals moniert. Die Gedenkstätte folgert, dass die Tür das in den 1930er-Jahren geschmiedete Original ist, die Inschrift jedoch 1972 entstanden ist.

Dirk Walter

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