Ehemann erinnert sich nicht an Messerstiche

Bluttat vor dem Landgericht

Dachau – Seine Ehefrau (35) hatte ihn im Schlaf mit sieben Messerstichen in Oberarme und Oberkörper verletzt. Am zweiten Prozesstag kam der Ehemann zu Wort.

Sie hätten sich am 2. August gestritten. „Aber ich kann mich nicht erinnern an das Ganze.“ Er habe es wohl verdrängt, meinte er. Irgendwann abends hat er seine Frau beleidigt, das weiß er noch. Dann erinnere er sich erst ab dem Aufwachen nach der Tat wieder. „Ich hatte ein Gefühl der Enge.“ Er habe keine Schmerzen gehabt, nur gesehen, „dass das Blut spritzt“. Er habe nichts gespürt, aber er habe gewusst, was passiert ist.

Anschließend ging es drunter und drüber. „Ich sagte: Bist du noch ganz dicht? Ich habe dir nichts getan. Ich habe geschlafen.“ Dann ist er durch die Wohnung geirrt und hat Verbandszeug gesucht. Seine Schwiegereltern verarzteten ihn. Seine Frau rief derweil den Notarzt, der ihn ins Klinikum Dachau brachte, wo er zwei Operationen über sich ergehen lassen musste. Ein Nerv im Oberarm war durchtrennt, so dass er teils gelähmt war. „Jetzt geht’s so“, sagte er, „es kommt wieder.“ Der Betriebsarzt müsse nun entscheiden, ob er wieder arbeiten könne.

Bei vielen Fragen des Gerichts wand sich der 36-Jährige oder nutzte sein Schweigerecht. So wollte er etwa nichts zu der Aussage seiner Frau sagen, dass er ihr schon einmal die Nase gebrochen habe. Das Gericht konfrontierte ihn auch mit weiteren Aussagen seiner Frau. Diese hatte etwa berichtet, dass er ihr vor der Tat Angst gemacht habe – sie solle zu Gott beten, dass sie den Urlaub in Bosnien überlebe. „Ich rede viel Scheiße. Das ist nicht so gemeint“, sagte der 36-Jährige, „ich rede halt so. Meine Frau kennt mich. Sie weiß, dass es nicht so gemeint ist.“

Die 35-Jährige wandte sich während der Zeugenaussage an ihren Noch-Ehemann: „Das habe ich nie gewollt.“ Er nickte: „Ich weiß, dass du’s nie gewollt hast.“

Eine Entschädigung über 2500 Euro lehnte er ab, obwohl der Verteidiger das Geld schon dabei hatte. „Ich möchte kein Geld von ihr“, sagte er, „wir waren so lange zusammen.“ Sie solle es lieber auf ein Konto für die Kinder einzahlen. Der Prozess am Landgericht dauert an.

gut

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