Hand mit Schnelltest
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Ab Montag müssen sich auch im Landkreis Dachau Schüler Corona-Schnelltests unterziehen.

Schulen im Landkreis Dachau

Corona-Schnelltest an Schulen starten

Ab Montag heißt es auch im Landkreis Dachau: Ohne Corona-Schnelltes keine Teilnahme am Unterricht. Die meisten Eltern haben Verständnis.

Landkreis – Für alle Schüler beginnt am kommenden Montag wieder die Schule. Für diejenigen – wenigen – Kinder, die im Klassenzimmer unterrichtet werden, gilt dann eine Testpflicht. Die Schulen sind vorbereitet – und die Eltern zum größten Teil einverstanden.

Noch bis vor drei Wochen hatte sich die Begeisterung vieler Eltern, dass ihre Kinder sich in der Schule Corona-Schnelltests unterziehen sollten, in engen Grenzen gehalten. Wie Schulamtsdirektor Albert Sikora gegenüber den Dachauer Nachrichten erklärte, hätte eine Abfrage der Erziehungsberechtigten ergeben, dass ein „nicht unbeträchtlicher Teil“ den Tests nicht zustimme – manche Eltern hätten dem Schulamt sogar mit Klage gedroht. Sikora mahnte daher „ein Nachschärfen“ seitens des Kulturministeriums an.

Diesem Wunsch kam das Ministerium nach, ab Montag wird das mindestens zweimal wöchentliche Testen an den Schulen Pflicht. Zudem, so betont Sikoras Stellvertreterin Petra Fuchsbichler, habe in vielen Familien „ein Umdenken“ stattgefunden: „Die Vorbehalte mancher Eltern haben sich relativiert.“ Am Ende hätten nun 80 Prozent der befragten Eltern zugestimmt, dass ihre Kinder an der Schule auf das Corona-Virus getestet werden können.

Einer der Hauptgründe für die Ablehnung der Tests war, dass die Eltern eine Ausgrenzung ihrer Kinder im Falle eines positiven Tests befürchteten. Fuchsbichler aber betont, dass mit den Kindern seit Monaten über das Thema gesprochen würde und sie von den Lehrkräften auch darauf vorbereitet würden, ein positives Testergebnis erhalten zu können. Fuchsbichler ist daher „überzeugt, dass niemand stigmatisiert wird, die Schulen sind bei dem Thema wirklich gut aufgestellt“.

Doch nicht nur der pädagogische Umgang mit dem Thema Corona wird funktionieren, wie die Schulrätin erklärt. Auch die Schnelltests, die die Kinder ab Montag unter Anleitung werden machen müssen, sind ausreichend vorhanden. Die jüngste Lieferung aus München dürfte eineinhalb bis zwei Wochen reichen. Damit, betont Fuchsbichler, sei „sichergestellt, dass alle Kinder in der Schule gleich behandelt und getestet würden“. Die Tatsache, dass aus einem – wie noch vor einem Monat angekündigten freiwilligen Test – nun eine Testpflicht wurde, sei daher kein Misstrauensbeweis gegenüber den Eltern, sondern nur „der Versuch, dass langfristig wieder alle Kinder zur Schule gehen können“.

Schnelltestergebnisse sind nur 24 Stunden gültig

Wie das Landratsamt mitteilt, erhielt das Staatliche Schulamt am Freitag gegen 15 Uhr ein Schreiben des Bayerischen Kultusministeriums, woraus hervorgeht, dass es bei der Gültigkeitsdauer von Testergebnissen für die Unterrichtsteilnahme ab Montag eine inzidenzbasierte Unterscheidung gibt. Die dem negativen Testergebnis zu Grunde liegende Testung oder der in der Schule vorgenommene Selbsttest dürfen in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 höchstens 24 Stunden vor dem Beginn des Schultags vorgenommen worden sein.

Dies bedeutet für den Landkreis Dachau (Inzidenz 120,7) aktuell eine Gültigkeitsdauer der Schnelltestergebnisse von nur 24 Stunden. Schüler, die ab Montag in den Präsenz- oder Wechselunterricht gehen, müssen sich somit am Sonntag testen lassen, oder am Montagmorgen in der Schule einen Selbsttest durchführen.

Anders sieht es für kreisfreie Städte und Landkreise aus, die eine 7-Tage-Inzidenz unter 100 aufweisen. Dort gilt ein 48-Stunden-Zeitraum. Ein negatives Testergebnis, das zum Beispiel auf einem am Montag durchgeführten Test basiert, ist auch noch für den Schulbesuch am Dienstag und Mittwoch gültig. Am Donnerstag wäre spätestens ein erneuter Test durchzuführen. Im Fall des 24-Stunden-Zeitraums ist hingegen eine häufigere Testung erforderlich. dn

Aktuell werden die Schnelltests aber ohnehin nur einen kleinen Teil der Schülerschaft betreffen. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis Dachau über 100 liegt, werden nur die Viertklässler, die Schüler der Abschlussklassen sowie die Elftklässler aus FOS und Gymnasium zurück in die Klassenräume dürfen.

Gerade für die Grundschüler dürfte die Prozedur dabei nicht einfach und sehr zeitaufwendig werden. „Wir planen für die Testungen die komplette erste Unterrichtsstunde ein, die Klassenlehrer werden die Kinder genau anleiten“, betont Alexandra Wolff, Schulleiterin der Grundschule Petershausen. Dort werden die Tests in den Klassenräumen durchgeführt – „in einer vertrauten Umgebung“, wie die Schulleiterin betont.

Anders wird es in Weichs ablaufen: Dort finden die Testungen nicht in den Klassenzimmern statt, sondern außerhalb des Schulgebäudes in einem Test-Zelt (wir berichteten). Die Schüler müssen vor Unterrichtsbeginn verschiedene Stationen durchlaufen, bevor sie das Schulgebäude betreten dürfen. Dies gelte für alle, „sofern die Schüler nicht schon ein medizinisches Testergebnis – etwa in Form eines PCR- oder POC-Tests – vorweisen können“, erklärt Anita Aumüller-Menz, Schulleiterin der Realschule Weichs.

Laut Thomas Höhenleitner, Schulleiter des Gymnasiums Indersdorf, werden seine Schüler sich jeweils am Montag und Mittwoch in ihren Klassenräumen selbst testen. Die Lehrkraft der ersten Unterrichtsstunde würde die Aufsicht übernehmen, zudem würden die Kinder „über Videomaterial genau angeleitet“. Wie seine Kollegin Wolff in Petershausen findet auch er es wichtig, dass die Kinder „den gewohnten Rahmen beibehalten“. Je öfter und strukturierter die Testungen erfolgten, desto souveräner würden die Schüler langfristig damit umgehen. Und vielleicht, hofft Höhenleitner, „wird es ja irgendwann zu einem Ritual“. Der Rückhalt der Elternschaft sei dafür jedenfalls vorhanden.

Wo es diesen Rückhalt nicht gibt, müssen dagegen Konsequenzen in Kauf genommen werden. Die stellvertretende Schulamtsleiterin Fuchsbichler ist in diesem Punkt sehr klar: „Kinder, die nicht getestet werden, dürfen nicht in die Schule und auch nicht in die Notbetreuung. Punkt.“  

Alle Informationen zur schulbezogenen Umsetzung der Testpflicht gibt es bei den jeweiligen Schulleitungen. Ein Erklärvideo zum Selbsttest findet man außerdem auf den Internet-Seiten des bayerischen Kultusministeriums unter www.km.bayern.de/selbsttests.

Verena Möckl/Stefanie Zipfer

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