Mann mit roter Maske und Essensverpackungen
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Die Mehrwegboxen des Restaurants Sukothai aus Dachau präsentiert Inhaber Thomas Duschl.

Das Ende der Einwegverpackungen

Sie schaden dem Stadtbild und vermüllen die Straßen: Einwegverpackungen. Aber es gibt Alternativen. Das beweisen zwei Restaurants aus dem Landkreis Dachau.

Landkreis – Der Landkreis Dachau hat nicht nur mit beständig hohen Corona-Fallzahlen zu kämpfen, auch der steigende Verpackungsmüll macht der Stadt und den Gemeinden zu schaffen. Vor allem im Bereich der Gastronomie entsteht durch die coronabedingten Maßnahmen besonders viel Abfall (wir haben berichtet).

Neben Fridays for Future, den Chaos-City-Riders und vielen weiteren fleißigen Müllsammlern sagen auch einige Restaurants im Landkreis schon dem Plastikmüll den Kampf an – gar keine leichte Aufgabe, zumal die Ware für das Liefer- und Mitnahmegeschäft ja transportiert und somit entsprechend verpackt werden muss. Doch es gibt Lösungen.

Das Restaurant Sukothai in der Dachauer Altstadt bietet seinen Gästen beispielsweise jetzt Mehrwegboxen an. Damit die Kunden die Behälter wieder zurückbringen, gibt es pro Box vier Euro Pfand. Die Idee für ein solches Konzept hatte Restaurantinhaber Thomas Duschl schon länger. Gehindert hat ihn daran die schwierige Umsetzung. „Durch Corona haben wir den Müll aber direkt gesehen“, sagt Duschl. Das habe ihn motiviert, seinen Plan nun in die Tat umzusetzen: „Wir machen das der Umwelt zuliebe.“

Die Begeisterung in den sozialen Medien ist groß. „Vielen Dank für diesen wichtigen Schritt, der hoffentlich andere Betriebe zur gleichen Vorgehensweise ermutigt. Daumen hoch!“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. „Super – so macht das Essenbestellen wieder Sinn! Vielen Dank!“, kommentiert eine andere Person.

Restaurantbetreiber Thomas Duschl ist mehr als zufrieden: „Bis jetzt läuft es sehr gut.“ Die Hälfte seiner Kundschaft würde die Boxen bisher annehmen.

Nicht nur das Sukothai in Dachau bietet alternative Konzepte für seine Verpackungen an. Auch das Gasthaus Hohenester in Glonn hat einen nachhaltigen Weg gefunden, Gerichte während der Pandemie zu verkaufen. „Unsere Gäste können ihre eigenen Aufbewahrungsbehälter von zuhause mitnehmen“, sagt Theresia Loderer.

Der Inhaberin des Gasthauses blieb aufgrund der Pandemie nichts anderes übrig, als ihre Speisen nun auch zum Mitnehmen anzubieten. „Es war uns von Anfang wichtig, Müll zu vermeiden.“

Alternativ stellt das Gasthaus eigene Bio-Einwegverpackungen für einen Euro bereit. Diese würden aber kaum genutzt: „90 Prozent unserer Kunden nehmen ihre eigenen Boxen mit.“

Beim Sukothai in Dachau gestaltet sich die Mitnahme eigener Behälter jedoch schwierig „Unsere Küche ist sehr klein“, sagt Inhaber Thomas Duschl. Daher müssten die frisch zubereiteten Gerichte sofort verpackt werden. In dem Mehrweg-Pfandsystem sieht der Inhaber eine Chance, weniger Müll zu produzieren. Natürlich sieht Duschl das Risiko, dass die Mehrwegboxen nicht mehr zurückgebracht werden, doch der Restaurantinhaber ist zuversichtlich. „Ich rechne mit der Vernunft der Menschen.“

Andere Restaurants werden sich wohl schon bald ein Beispiel an Hohenester und Sukothai nehmen – ob sie wollen oder nicht. Denn die Bundesregierung will Einweg-Plastik, egal ob biologischer oder konventioneller Kunststoff, ab 3. Juli verbieten. Für die Gastronomie bedeutet das ein Ende ihrer herkömmlichen Verpackungsmaterialien. Das Gasthaus Hohenester und das Restaurant Sukothai zeigen jetzt schon, wie alternative nachhaltige Lösungen aussehen können.

Verena Möckl

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