Drei Frauen stehen nebeneinander.
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Kooperieren zukünftig bei Hochzeiten: Floristin Selina Kiening, Grafikdesignerin Nahne Tillmann und die Betreiberin des Grafenstadls, Anna Soltau (von links).

Trio will kooperieren

Drei Gründerinnen machen sich selbstständig ‒ trotz Corona

  • vonLeyla Yildiz
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Selina Kiening, Anna Soltau und Nahne Tillmann wollen künftig kooperieren und Brautpaaren deren Hochzeitstag gestalten.

Landkreis – Den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, das ist schon in normalen Zeiten nicht leicht – in der Pandemie ist es aber noch einmal ein Stück schwerer. Selina Kiening aus Wagenried, Anna Soltau aus Fränking und Nahne Tillman aus Dachau haben es trotzdem gemacht. Das Trio kommt aus verschiedenen Branchen – Kiening arbeitet als Floristin in ihrem Laden Blumenliebe, Soltau hat mit dem Grafenstadl in Fränking eine Eventlocation und Tillmann ist Grafikdesignerin, unter anderem für Papeterie-Artikel wie Einladungskarten oder Namenschilder. Was sie verbindet? Die Liebe zu Hochzeiten!

Obwohl sie eigenständig arbeiten, haben sie sich in dem speziellen Bereich zusammengetan, um für die Brautpaare ihren Tag so schön wie möglich zu gestalten.

Die drei Gründerinnen hatten sich über verschiedene Ecken kennengelernt. „Die Anna kam in meinen Laden und hat mich angesprochen, wie schwierig es momentan in der Hochzeitsbranche ist“, berichtet Selina Kiening. „Wir hatten dann letztes Jahr im September einen inszenierten Hochzeits-Fototermin auf ihrem Gelände, bei dem Nahne die Papeterie gemacht hat.“

Alle drei Frauen fanden sich von Anfang an sympathisch, und so war die Idee geboren, künftig – vor allem nach der Corona-Pandemie – zusammenzuarbeiten. Mit der Kooperation wollen die Gründerinnen sich gegenseitig fördern und sich weiterempfehlen. Die Bilder, die bei dem besagten Fototermin entstanden, dürfen Kiening, Soltau und Tillmann nun für Flyer oder in sozialen Internet-Netzwerken wie Facebook oder Instagram benutzen. Dabei bewerben die drei sich gegenseitig. „Ich schreibe zum Beispiel dazu, dass der Blumenschmuck von der Blumenliebe ist und die Papeterie von Nahne Tillmann“, sagt Soltau. So könnte jede von den Netzwerken der anderen profitieren.

Anna Soltau selbst ist kein unbekanntes Gesicht in der Eventbranche. Ihre Eltern betreiben die Soccer-Arena in Fränking bei Weichs. Als zweites Standbein hatte die 27-Jährige vor zwei Jahren mit ihrem Mann Maximilian die Idee, einen Ort für Feste aller Art zu eröffnen. Lange fuhr das Ehepaar durch Deutschland und Österreich, um sich von verschiedenen Konzepten einen Eindruck zu machen. Letztendlich beschlossen sie, den Grafenstadl auf dem Areal der Soccer-Arena zu errichten. Das Gebäude ist noch im Bau und soll im Juni eröffnet werden.

Eigentlich hatten die Soltaus damit gerechnet, dass bereits ab Juni einige Feiern bei ihnen gebucht werden. „Es gibt zwar Aufträge, aber da würde schon mehr gehen“, sagt Soltau. „Viele Brautpaare wollen es nicht riskieren, dass sie wieder verschieben müssen oder Einschränkungen haben bei der Personenanzahl.“

Die Pandemie hat sich auch bei Nahne Tillmann stark ausgewirkt. Die 31-Jährige war Anfang 2020 noch als freiberufliche Grafikdesignerin angestellt, als sie wegen der Pandemie gekündigt wurde. Sie hat dann zu Hause im Wohnzimmer weiter gearbeitet. So reifte schließlich in ihr die Idee eines eigenen Designstudios, das sie im Dezember 2020 in Dachau eröffnete. Dort macht sie auch Textildruck und Folienbeschriftungen. „Das ist momentan noch mein Hauptberuf“, sagt sie. Ihr Herz schlägt jedoch für das filigrane und kreative Arbeiten für die Hochzeitspapeterie. „Da kann ich mich dann mit den anderen Dienstleistern der Hochzeit farblich abstimmen“, sagt Tillmann.

Beispielsweise mit Selina Kiening und ihrem Blumenschmuck. Die 32-Jährige hat mit ihrem Laden Blumenliebe in Wagenried den Fokus auf Trockenblumen gerichtet und die „sprechen vor allem die jüngere Generation an“, wie Kiening sagt. Ihren Laden hat sie nur drei Tage vor dem ersten Lockdown im März aufgemacht. „Das war natürlich ein Schock, ich habe es erst gar nicht realisieren können“, sagt sie. „Ich hatte dann schon sehr schnell Existenzängste.“ Doch mit der Zeit kam ihre Positivität zurück. „Wir haben alles gut durchgestanden, und jetzt läuft‘s.“

Sie freut sich auf die Zusammenarbeit mit den anderen beiden Gründerinnen. „Wir haben uns so gut verstanden und mir ist es wichtig, dass das unter Dienstleistern ein Miteinander ist.“

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