Schmetterling
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Der Randring-Perlmutterfalter ist ein Relikt aus der Eiszeit.

70 Hektar umfassende Renaturierung abgeschlossen

Moos-Rettung: Fortsetzung folgt

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Das „Biodiversitätsprojekt Palsweiser Moos und Fußbergmoos“ ist nach viereinhalb Jahren abgeschlossen. Beispielhafter Artenerhalt auf 70 Hektar.

Landkreis - Nach viereinhalb Jahren ist das „Biodiversitätsprojekt Palsweiser Moos und Fußbergmoos“ beendet worden. Ziel der Maßnahme war, durch eine Landkreis- und Verbandsübergreifende Kooperation des Bund Naturschutz (BN) mit dem Landesbund für Vogelschutz die Erhaltung eines der letzten zusammenhängenden Moorgebiete in der Münchner Schotterebene zu sichern (wir berichteten).er Dachauer BN-Kreisvorsitzende Dr. Roderich Zauscher ist entsprechend zufrieden: „Zum Projektende konnten wir noch ein hochwertiges Grundstück erwerben, auf dem der in Bayern stark gefährdete Randring-Perlmuttfalter vorkommt.“

Seit Mitte 2016 war der Bund Naturschutz im Palsweiser Moos und Fußbergmoos mit der Gemeinde Bergkirchen als Träger des „Bayern-Netz-Natur- und Biodiversitätsprojektes Palsweiser Moos und Fußbergmoos“ tätig. Vorangegangen war das Projekt „Das Palsweiser Moos, ein Naturjuwel in der Gemeinde Bergkirchen“ von 2013 bis 2016. Im Fußbergmoos war der Landesbund für Vogelschutz in Bayern wichtiger Kooperationspartner. Unter der Ägide Zauschers sowie des eigens engagierten Projektmanagers Andreas Fuchs konnten sukzessive Flächen erworben werden, sodass der bis dahin bestehende „Flickenteppich aus Grundstücken“ langfristig zu einem zusammenhängenden Landschaftsschutzgebiet umgebaut werden kann.

Manche Flächen waren in den vergangenen Jahren daher gekauft, andere Flächen zumindest gepachtet worden, wieder andere Bereiche wurden dem Bund Naturschutz von den Eigentümern gegen entsprechende Pflege überlassen. Zuletzt konnten dabei etwa 14 Hektar Land angekauft werden, davon auch ein Hektar durch die Gemeinde Bergkirchen, die bereits im Vorgängerprojekt drei Hektar erworben hatte.

Möglich wurde dies durch Fördermittel aus dem Bayerischen Naturschutzfonds in Höhe von 360 000 Euro sowie des Bezirks Oberbayern in Höhe von 13 000 Euro. Für Flächenankäufe wurden demnach zusätzlich 250 000 Euro von der Regierung von Oberbayern aus dem Klimaprogramm „Bayern 2050“ bereitgestellt.

Insgesamt, so Zauscher, seien so seit 2013 über 26 Hektar angekauft und die als Eigentum für den Naturschutz gesicherte Fläche damit auf 36 Hektar verdreifacht worden. Mit Eigentum, Pacht- und Pflegeflächen sind im Projektgebiet nun somit fast 70 Hektar im Besitz der Umweltschützer. In Summe ist das Projekt für Zauscher nichts weniger als „aktiver Klima- und Hochwasserschutz“.

Dass der Aufwand sich tatsächlich gelohnt hat, zeigt auch ein Blick auf die Ergebnisse der Kartierarbeiten, die ein Biologe im Auftrag des Projektes durchgeführt hat. Demnach wurden 300 Pflanzenarten im Palsweiser Moos und Fußbergmoos gefunden. „Wenn die Ergebnisse vorangegangener Kartierung mit eingerechnet werden, kann man davon ausgehen, dass es mindestens 400 Pflanzenarten im Moos gibt“, ist sich Projektmanager Fuchs sicher.

Doch auch die Fauna im Moos ist beeindruckend: Laut Fuchs konnten 29 Libellen-, 39 Tagfalter- und 289 Käferarten gefunden werden. Zudem seien „wichtige Arten neu oder wieder entdeckt“ worden. Und: „Insgesamt leben in Palsweiser Moos und Fußbergmoos über 100 Arten, die auf der Roten Liste für gefährdete Arten in Bayern geführt werden.“

Damit die Besucher des Moores künftig auch wissen, in welchem naturschutzfachlich wichtigen Gebiet sie sich bewegen, wurden zum Ende des Projektes vier Infotafeln aufgestellt. Ausführliche Infos gibt es auch online unter www.palsweiser-moos.de oder www.fußberg-palsweiser-moos.de.

Für den Bund Naturschutz bedeutet der erfolgreiche Abschluss des Projektes aber noch längst nicht dessen Ende. Im Gegenteil: „Es ist ein Anreiz, um weiterzumachen“, so Zauscher. Denn: Noch gebe es viel Potenzial und zukünftig sollten noch stärker der Schutz des Moorkörpers ins Auge gefasst werden. Der Antrag für eine neue Projektphase befindet sich schon in der Abstimmung.

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