Stimmung gemacht hat die Band Bad Cats mit Sängerin Anne Kolos. Mit einer ordentlichen Portion Funk heizten sie den Zuhörern auf der Tanzfläche richtig ein. Foto: Habschied

12221 Sekunden Musik der Extraklasse

Dachau - Plug & Play – das war musikalische Feinkost der Extraklasse. Die Zuschauer bekamen in elfmal 1111 Sekunden ein Musikprogramm geboten, das abwechslungsreicher nicht hätte sein können.

Dachaus Bandszene blüht. Das hat nach dem diesjährigen Plug & Play auch der letzte Besucher mitbekommen. Tummelten sich im vergangenen Jahr gerademal 100 Gäste im Ludwig-Thoma-Haus, wurde der Platz vor der Bühne in diesem Jahr deutlich knapper. Circa 350 Besucher folgten der Einladung und erlebten einen Konzertabend, der musikalisch ein volles Programm bot: von Rock, Soul und Funk bis hin zu akustischen Gitarrenklängen. Dabei kamen alle Musikliebhaber voll auf ihre Kosten.

Gerade mal 1111 Sekunden hatte jede der elf Bands Zeit, um das Publikum musikalisch in Ekstase zu versetzen – ein Unterfangen, das sich im Ludwig-Thoma-Haus bisher meist schwierig gestaltet hatte. Bei der Größe des Saals wollte oft nicht wirklich Stimmung aufkommen.

Anders an diesem Abend. Mit Leichtigkeit animierten Bands wie Casa del Bo ihr Publikum zum Tanzen. In gewohnter Frische überzeugten die drei Damen um Pianist Boris Stannek ihr Publikum mit Interpretationen bekannter Soul- und Popklassiker.

Nicht enttäuscht wurden auch die Fans harter Gitarrenklänge: Just Chanpero lieferten wieder einmal ein solides Brett Rockmusik, das gleich zu Beginn für ausgelassene Stimmung sorgte.

Unter neuem Namen und mit einem alten Bekannten enterten Michi Wagner und Co. die Bühne: Rise (zuvor Kiss of Dynamite) mussten kurzfristig ihren neuen Sänger Stan ersetzen, der mit Grippe im Bett lag. Hervorragend meisterte Marc Metzger, der schon früher mit der Band auf der Bühne gestanden hatte, seinen Aushilfsjob.

Nicht nur musikalisch stachen an diesem Abend Take a Tip heraus. Trotz einer beachtlichen Leibesfülle fetzte der Frontsänger Cyrus Mahmoudi auf der Bühne hin und her, wild getrieben von den erdigen Gitarrenklängen seiner Band.

Einen musikalischen Kontrast setzten Gitte & the Hotletts: Mit einer Westerngitarre stimmte die Gruppe ruhigere Töne an und sorgte mit Stücken wie „Somewhere over the Rainbow“ für die besinnlichen Momente beim Plug & Play.

Dass die Liebhaber einer ordentlichen Portion Funk mit knackigen Saxophon- und Trompetensolos an diesem Abend nicht zu kurz kommen werden, hat schon der Flyer verraten. Die Bad Cats brachten die Stimmung vor der Bühne bereits nach kurzer Zeit zum Kochen.

Für den absoluten Höhepunkt des Abends sorgte jedoch The Orange Fizz. Ein geballtes Funk-Feuerwerk traf auf die Ausnahme-Stimme von Sängerin Conny Miller. Bei den eigenen Songs der Gruppe gab es im Publikum kein Halten mehr. Ob ruhiger Soul oder fetziger Funk, die jungen Musiker lieferten eine LivePerformance, die alles andere in den Schatten stellte. Für die Veröffentlichung ihrer Demo-CD „Fruit Funk“ hätten sie sich keine bessere Gelegenheit aussuchen können. Einen lautstarken Schlusspunkt setzte die Band 6 Elements. Bis kurz nach Mitternacht tanzten die Besucher noch zu bekannten Hits wie „Like the Way I do“ von Melissa Etheridge. (cse)

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