1350 Euro Geldstrafe für folgenschwere Kopfnuss

Dachau - Ein 21-jähriger Azubi hat sich vor dem Amtsgericht Freising wegen Körperverletzung verantworten müssen. Er kam mit einer Geldstrafe davon.

Bis heute ringt der Täter um einen nachvollziehbaren Grund, warum er einen 26-jährigen Maschinenbauer aus Dachau mit einer Kopfnuss niederstreckte. Sein Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch, außerdem brach ein Schneidezahn ab.

Seinem frühen Geständnis verdankt der Täter nun, dass er nun nicht einmal vorbestraft ist. Er kam mit 1350 Euro (90 Tagessätzen zu 15 Euro) davon. Bereits eine Woche nach seiner Attacke im "Lindenkeller" hatte er sich auf die Suche nach dem Opfer gemacht, sich entschuldigt und 50 Euro angeboten. Bei dem Dachauer entstand der Eindruck, dass er sich von einer möglichen Strafanzeige freikaufen wollte. Das Gericht hielt ihm dies zu Gute, denn das Opfer sei damals noch gar nicht in der Lage gewesen, Strafanzeige zu stellen, weil ihm weder Name noch Aufenthalt des 21-Jährigen bekannt gewesen seien. Dies bewog Amtsrichter Jakob Wanderer dazu, auf eine Freiheitsstrafe zu verzichten: "Der Angeklagte hat sich selbst verraten."

Pluspunkte sammelte der Freisinger außerdem, als er seinem Opfer im Prozess einen Scheck über 500 Euro überreichte. Ohne die Bemühungen des Angeklagten hätte das Gericht wohl kaum auf eine Geldstrafe erkannt. Denn Wanderer selbst sprach von einem "äußerst rohen Vorgehen mit massiven Folgen für den Verletzten" und vermutete ein gewisses Gewaltpotenzial. (dn)

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