Mehr oder weniger liebevoll umarmt wird hier der Indersdorfer Benjamin Thätter. Foto: hab

31:22 – TSV Indersdorf kann auch ohne Yos Diaz gewinnen

Indersdorf - Aus der Not eine Tugend gemacht hat der TSV Indersdorf am vergangenen Samstag.

Weil man sich nicht ganz sicher war, dass die tags zuvor schriftlich avisierte Sperre gegen Yos Diaz tatsächlich wieder aufgehoben worden war, verzichtete der Handball-BOL-Spitzenreiter auf den Einsatz seines Stars.

Und dass man auch ohne den wurfgewaltigen Kubaner gewinnen kann, stellten die Indersdorfer im siebten Heimspiel der Saison recht eindrucksvoll unter Beweis, sie bezwangen den TV Altötting ohne ihren Top-Torjäger klar mit 31:22.

„Am Freitag ist uns der Schreck ganz schön in die Glieder gefahren“, erzählt TSV-Pressesprecher Jörg Andlauer. „Da lautete es in einem Schreiben des Verbandes, Yos Diaz werde wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter nach dem Spiel in Altenerding für vier Wochen aus dem Verkehr gezogen.“

Was war geschehen? Der im Match beim Verfolger von Beginn an hart angegangene Kubaner erlitt nach einer, seiner Meinung nach absichtlichen, Kopfnuss ein Cut am Auge. Er meinte, einer der Referees hätte das Foul sehen müssen, und deshalb sprach er diesen auch gleich nach Spielschluss an. „Klar, dass er da etwas lauter geworden ist, er fand die Aktion gar nicht witzig“, so Andlauer. Doch auch der Schiedsrichter war offenbar „not amused“, er schrieb in seinem Bericht, Diaz habe lautstark protestiert, in seine Richtung eine Kopfnuss angedeutet und ihn dabei auch leicht berührt.“ Andlauer dazu: „Das kann schon sein, er wollte mit der Geste zeigen, wie man ihm das blaue Auge verpasst hat. Von einer Berührung weiß ich aber nichts.“

So legten die Indersdorfer gleich nach Erhalt des Schreibens Protest gegen die Sperre ein, und kurz vor dem Match gegen Altötting wurde Andlauer mitgeteilt, der Vorsitzende des zuständigen Sportgerichts habe die Sperre aufgehoben. „Da wir aber noch nichts schriftlich hatten und kein Risiko eingehen wollten, haben wir auf den Einsatz von Yos dann doch verzichtet“, so der TSV-Handball-Boss, der sich über die gute Gesamtleistung des Spitzenreiters mächtig gefreut hat. „Alle wussten: Ohne Yos muss jeder am oberen Limit spielen, um den Verlust aufzufangen.“ Und das haben sie dann auch gemacht. Die Indersdorfer wirkten von der ersten Minute an konzentriert und fokussiert. Sie gingen in der Abwehr konseuqent zur Sache und nutzten im Angriff ihre Chancen eiskalt. So war die Partie bereits zur Pause (16:10) entschieden, der Sieg über den TV Altötting geriet in keiner Phase der Partie in Gefahr.

„Eigentlich ist so ein Probelauf gar keine schlechte Sache“, sinnierte Andlauer nach dem Match. „Wir wissen nun, dass es auch ohne Yos Diaz geht.“ (ge)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Polizei zieht betrunkene Männer aus dem Verkehr
Eine Streife der Polizei Dachau hat am Montag in Ampermoching einen betrunkenen Autofahrer aus dem Verkehr gezogen.
Polizei zieht betrunkene Männer aus dem Verkehr

Kommentare