45-seitige Spaßbremse

Pasenbach - Voller Leidenschaft sind die Pasenbacher Burschen im Fasching oder bei ihrem Hallenfest im Einsatz. „Wir möchten die Traditionen aufrecht erhalten“, sagt der Vorsitzende Matthias Gamperl. Er und seine Mitstreiter haben nur ein Problem: Die Gängelei der Behörden.

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für den Faschingswagen des Katholischen Burschenvereins Pasenbach. Bei eisiger Kälte arbeiten seit dem Dreikönigstag bis zu 20 Burschen an ihrem Wagen, der ein Indianerdorf darstellt und mit dem sie bei den Faschingszügen in Vierkirchen, Indersdorf und Weichs auftreten werden. Das miese Wetter macht es den Burschen nicht eben leicht. Eisiger Wind zieht von allen Seiten in den Rohbau der landwirtschaftlichen Halle, wo der Verein mit Hochdruck an dem riesigen Aufbau auf dem Anhänger bastelt. Über 1000 Arbeitsstunden haben sie bereits in ihr Projekt investiert.

Mit Sorge und kritisch verfolgt er dabei die zunehmende und teils extreme Verschärfung der behördlichen Auflagen. So muss sich zum Beispiel ein Verantwortlicher für jeden Faschingswagen schriftlich anmelden. „Derjenige haftet dann für alles, was auf dem Wagen passiert. Da wird einem einzelnen schon sehr viel zugemutet“, so Gamperl.

Enorm seien auch die Auflagen für das Hallenfest angestiegen. Reichte früher ein einseitiger Antrag aus, so muss er heute ein 45-seitiges Formular ausfüllen. Für Ehrenamtliche ein riesiger Aufwand und kaum mehr zu schultern.

Rund 20 Meter lang ist der Hänger auf dem zwei Tipis und ein massiver Marterpfahl stehen. Alles muss sehr stabil gebaut sein, damit die Auflagen der Behörden erfüllt werden.

Aus dem Thema macht die Pasenbacher Jugend kein Geheimnis: „Hier weiß jeder, was die anderen Gruppen im Ort machen“, erzählt Matthias Gamperl, der den Verein seit sieben Jahren leitet. 36 Gruppen zu Fuß oder auf Wagen beteiligten sich vergangenes Jahr am Vierkirchener Faschingszug. Die Burschen sind heuer schon zum neunten Mal dabei. Vor drei Jahren zogen sie sogar mit drei Wagen mit. Und immer suchen sie einen politischen, manchmal auch lokalpolitischen Bezug für ihr Gefährt. Was heuer genau ansteht, ist noch offen.

Dass sich immer genug Jugendliche finden, die tatkräftig mithelfen, freut Matthias Gamperl sehr. 35 aktive Mitglieder hat derzeit der Pasenbacher Burschenverein. „Wir haben alles erreicht“, betont der Vorsitzende: Das Hallenfest wurde mit großem Erfolg wiederbelebt, beim Faschingszug sind die Burschen stark vertreten, und als Höhepunkt wurde vergangenes Jahr das Jubiläum zum 110-jährigen Bestehen mit Fahnenweihe groß gefeiert.

„Ich befürchte, dass durch die Auflagen einiges auf der Strecke bleibt. Es müsste halt alles mit Maß und Ziel betrieben werden“, sagt Matthias Gamperl. „Wir werden trotzdem versuchen, das Beste daraus zu machen.“ ch

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