Willem BokhorstObmann der Dachauer Schiedsrichtergruppe.  Foto: kn

Abbruch bei der U 13

Dachau - Der Dachauer Schiedsrichter-Obmann Willem Bokhorst über den Skandal beim Bundesligaspiel Leverkusen gegen Dortmund, dass unterbrochen werden musste, weil Leverkusens Trainer Roger Schmidt gegen den Schiedsrichter handelte.

Der Trainer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, Roger Schmidt, hat mit seiner Weigerung, der Anordnung von Schiedsrichter Felix Zwayer Folge zu leisten und auf die Tribüne zu gehen, für die Unterbrechung der Partie gegen Dortmund und damit einen Skandal gesorgt. Wir haben uns mit dem Obmann der Schiedsrichtergruppe Dachau, Willem Bokhorst, darüber unterhalten.

-Haben Sie in Ihrer Laufbahn als aktiver Schiedsrichter schon einmal eine solche Situation erlebt?

Das ist mir Gott sei Dank selber noch nie passiert. Es gab aber erst im November 2015 im Landkreis Dachau bei einem Jugendspiel einer U 13 einen ähnlichen Vorfall. Hier hat ein Trainer mehrfach den Spielfluss durch Zwischenrufe gestört und kam der Aufforderung des Schiedsrichters, den Platz zu verlassen, nicht nach. Das Spiel wurde dann abgebrochen.

-Halten Sie das Verhalten Ihres Kollegen Felix Zwayer für richtig?

Ich finde es richtig, was Zwayer gemacht hat. Er hat entsprechend des Regelwerks gehandelt, denn er hat dem Leverkusener Trainer Roger Schmidt die Möglichkeit gegeben, den Innenraum zu verlassen.

-Glauben Sie, dass der Respekt gegenüber den Fußball-Schiedsrichtern in letzter Zeit sehr zu wünschen übrig lässt?

Da bin ich zwiegespalten. Es gab früher schon raue Töne auf dem Fußballplatz. Aber heute ist dank der gestiegenen Medienpräsenz alles viel präsenter. Und so bekommen es mehr Menschen mit, wenn ein Schiedsrichter kritisiert wird. Für solche Fälle im Profibereich gibt es schnell Nachahmer im Amateurbereich, denen sich dann der Amateurschiedsrichter stellen muss. Und dieser ist in der Regel vor Ort nicht so gut geschützt wie die Schiedsrichter im Profibereich.

Interview: Rolf Gercke

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