Süße Versuchung: Thomas Singer (links) hat eigens für den Adventsbasar eine Praline kreiert. Diese fand guten Absatz. Foto: Betz

Adventsbasar: Das gute Erdweger Gemeinschaftswerk

Erdweg - Es ist ein großes Gemeinschaftswerk, das jedes Jahr aufs Neue gestemmt wird - und das bereits seit vier Jahrzehnten: der Erdweger Adventsbasar am und im Pfarrzentrum. Und dabei steht auch immer der Gedanke zu helfen im Vordergrund.

Sinn des Basars ist es aber auch, sich auf Weihnachten freuen zu dürfen, „sich mit allen Sinnen auf den Geburtstag Jesu vorzubereiten“, wie Pater Vislav es bei der Eröffnung am Samstagnachmittag ausdrückte. Musikalisch umrahmt wurde der Basar wie seit jeher von der Blaskapelle Eisenhofen und dem Kleinberghofener Chor.

Zum Jubiläum hatte Hobby-Chocolatier Thomas Singer eine eigene Praline kreiert, Katharina Trinkl aus Arnbach hatte extra Honig-Lebkuchen gebacken, die neben zahlreichen gespendeten Kuchen sehr erfolgreich zum Verkauf angeboten wurden. Der Gewinn des Verkaufs von Kaffee und Kuchen wird für den geplanten Pfarrheim-Umbau zurückgelegt, der Erlös aus Basar und Spenden wird traditionell an diverse Entwicklungshilfe-Projekte weitergeleitet.

Und das seit dem Jahr 1974. Damals hatte sich eine Gruppe von zehn Leuten aus dem Pfarrverband Erdweg und speziell aus dem Arbeitskreis „Entwicklung-Mission-Frieden“ nach Ecuador aufgemacht, um das Projekt von Schwester Sigmunda kennenzulernen. Bald kamen weitere Projekte hinzu: Syrien, Ägypten, Angola. Doch speziell Angola ist nach wie vor ein heißes Pflaster. Die Spenden gelangen kriegsbedingt oft nur auf abenteuerlichen Wegen dorthin. Mittlerweile werde das meiste aber über Missio München abgewickelt, sagt Anneliese Bayer. Zusammen mit Heidi Grünerbel ist sie eine der Frauen und Männer, die den Arbeitskreis und letztlich den Basar ins Leben gerufen haben.

Dabei fand der Basar im ersten Jahr noch in der Schulaula statt. Das Pfarrzentrum wurde erst ein Jahr später fertiggestellt. Und dafür wurde anfangs gesammelt. Jeden Pfennig konnte man gebrauchen, man kam auf vielerlei Bastelideen, die damals noch mit Schul- und Kindergartenkindern umgesetzt wurden. Zugleich richtete man den Nikolausdienst ein. Damit kam ebenfalls Geld in die Kasse. Auch der Hirtlbacher Künstler Wolfgang Huss trug im ersten Jahr sein Scherflein dazu bei und steuerte Glasbilder bei, die großen Anklang fanden. Verkauft wurde im ersten Jahr aber nur an einem Tag: dem Samstag vor dem ersten Advent. Später wurde das ganze erste Adventswochenende daraus.

Und auch die Zahl der Helfer wuchs. Bald gründeten sich ein Arbeitskreis „Soziales“ und der Arbeitskreis „Feste und Veranstaltungen“. Letzterer besteht vorwiegend aus Männern, die die praktischen Dinge in die Hand nehmen. Sie kümmern sich um die Stände, die Beleuchtung, die Technik im allgemeinen. In jedem Jahr sind zudem zahlreiche Bäckerinnen am heimischen Herd beschäftigt, Kuchen und Torten herzustellen, es gibt Bastelkreise, die sich um vielerlei Dekoartikel oder um herrliche Kränze für den Verkauf kümmern.

Und der läuft vor allem samstags gut. Schließlich bedarf es unmittelbar vor dem ersten Advent manchmal noch der zündenden Dekorationsidee.

Nur einmal in den vielen Jahrzehnten fand der Adventsbasar übrigens erst am zweiten Adventswochenende statt, erinnert sich Anneliese Bayer. 1973 nämlich verhängte die Bundesregierung wegen einer eklatanten Ölkrise just zum anberaumten Termin ein Sonntagsfahrverbot - den Organisatoren waren die Hände gebunden. (SAS)

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