Der neue FDP-Kreisvorstand: Maximilian Neumann, Tobias Brendle, Daniela Seidl , Manuela Panzer, Hans-Peter Posch, Jürgen Seidl und Erwin Burgmair junior (von links). kn

Aktive Partei statt Lachnummer

Dachau - Sie kamen aus dem Nichts und übernahmen die FDP. Das war vor zwei Jahren. Dass Hans-Peter Posch und Co. die Partei wiederbeleben, traute ihnen damals keiner zu.

Mittlerweile ist die FDP bei Wahlen teilweise erfolgreicher als die SPD. Ihr politischer Einfluss bleibt dennoch gering.

Das Nebenzimmer im Gasthaus Funk in Indersdorf ist fast zu klein für die FDP-Kreisversammlung. Gut 30 der insgesamt 63 Parteimitglieder sind gekommen. Kreisvorsitzender Hans-Peter Posch ist zufrieden mit der Resonanz. Wie insgesamt mit den vergangenen zwei Jahren. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht die Lachnummer sind, zu der uns viele machen wollten“, resümiert der Kreisvorsitzende.

Rückblick: Ende 2007 begann eine Revolution in der FDP. Neumitglieder übernahmen erst den Dachauer Ortsverband, wenig später auch den Kreisverband. Die einstigen Führungsfiguren Prof. Karl Hönle, Dr. Karl Wilhelm und Jungpolitiker Markus Kandler wandten sich mit Grausen von der Partei ab.

Es hagelte Kritik von allen Seiten, auch weil so manche neue FDP-Führungsfigur nicht einfach nur neu, sondern auch absolut ahnungslos war. Erwin Burgmair senior zum Beispiel, der sich Anfang 2008 als Bezirkstagskandidat aufstellen ließ, ohne zu wissen, welche Funktion der Bezirkstag hat. Da müsse er sich erst schlau machen, gab Burgmair damals zu.

Auf der Mitgliederversammlung im Gasthaus Funk erinnert Posch in seiner Rede an die turbulente Anfangszeit. Abends, bei einem Glas Wein, habe er sich zusammen mit seiner Frau schon öfter gefragt, ob er wieder als Kreisvorsitzender kandidieren solle, nach all den Prügeln, die er habe einstecken müssen.

Trotz der öffentlichen Kritik und der internen Querelen stellte sich bei den Wahlen der Erfolg ein. Bei den Kommunalwahlen holte die FDP einen Sitz im Dachauer Stadtrat und zwei Mandate im Kreistag. Auch bei Landtags-, Europa-, und Bundestagswahlen fuhren die Dachauer bessere Ergebnisse ein als im ohnehin schon guten Bayern-Durchschnitt. Bei der Bundestagswahl überholte die FDP (15,5 Prozent) im Landkreis sogar die SPD (14,7).

In den Gremien bleibt der Einfluss der FDP unterdessen gering. Im Kreistag bestimmen bei strittigen Entscheidungen die CSU und Teile der politisch gespaltenen Freien Wähler die Marschrichtung. Und im Stadtrat regiert eine Art CSU-FW-Koalition. FDP-Stadtrat Alfred Stelzer ist zwar Mitglied der Ausschussgemeinschaft FW/FDP, aber auch ohne Stelzer und die eben zur FDP gewechselte Petra Böhm (wir haben berichtet) haben CSU und Freie Wähler eine Mehrheit. Mit eigenen Anträgen halten sich die FPD-Räte in beiden Gremien vornehm zurück.

Im Gasthaus Funk wird Posch von den Mitgliedern mit 21 Ja-Stimmen und neun Enthaltungen im Amt bestätigt. Und er hat ehrgeizige Ziele: Zunächst will Posch „2010 die Mitgliederzahl um 50 Prozent erhöhen.“ Das heißt konkret: in einem Jahr über 30 Neumitglieder werben. Außerdem will er „die FDP bis 2013 als drittstärkste Kraft im Landkreis etablieren“. (flg)

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