Alkoholisiert ausgetickt: drei Körperverletzungen

Dachau - Nach drei Körperverletzungen, die ein 20-Jähriger in alkoholisiertem Zustand begangen hat, ließ Richter Olaf Grundmann noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Neun Monate auf Bewährung sind „der allerletzte Warnschuss“.

Rechtsanwalt Tilo Schorten sagte gestern vor dem Amtsgericht über seinen Mandanten Alwin G. (Name geändert): „Wir haben den Angeklagten hier als freundlichen jungen Mann kennengelernt.“ Das Problem ist aber: Andere haben den 20-Jährigen als aggressiven Schläger erlebt. Neun Monate Jugendstrafe auf Bewährung sollen jetzt dafür sorgen, dass das nicht wieder vorkommt.

Die zitierte Freundlichkeit des jungen Gerüstbauers aus Dachau mag daran gelegen haben, dass er vor Gericht nüchtern war. Das allerdings war er in der Vergangenheit eher selten. Der Mann hat bereits in seinen jungen Jahren ein massives Alkoholproblem. „Diese Alkoholisierung ist weit jenseits von gut und böse“, befand Jugendrichter Olaf Grundmann als Alwin G. ihm von seinen Trinkgewohnheiten erzählte.

Und wenn er trank, dann wurde der Dachauer oft aggressiv. Gestern wurden gleich drei Körperverletzungsdelikte verhandelt. Im Mai 2009 warf er im Untergeschoss am Marienplatz eine Bierflasche auf einen Fremden, verfehlte diesen aber zum Glück. Einen Monat später schlug er seinem eigenen Kumpel aufs Auge. Und im September prügelte er sich am Marienplatz mit einem jungen Mann, verpasste ihm drei Schläge ins Gesicht.

Die von Grundmann verhängten neun Monate auf Bewährung sind "der allerletzte Warnschuss". Dazu gehören auch 40 sozialstunden und 500 Euro Geldstrafe sowie eine Alkoholtherapie als Bewährungsauflage.

Für Alwin G. gilt jetzt: Immer schön freundlich bleiben. (flg)

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