Ein starker Auftritt: Guido Drell in Robinson Crusoe. ink

Alles andere macht keinen Sinn

Bergkirchen - Das Hoftheater Bergkirchen hat ein neues Gesicht: Guido Drell. Im Jubiläumsjahr steht er in gleich zwei Hauptrollen hier auf der Bühne.

Sein Debüt feierte Guido Drell bereits 2014 als Überlebenskünstler in „Robinson Crusoe“. Dieses Jahr spielt der Schauspieler zwei verschiedene Rollen in Bergkirchen. In der jüngsten Inszenierung „Der tollste Tag“ überzeugt er als Figaro durch sein direktes Spiel und, wie Theaterleiter Herbert Müller sagt, durch die geradezu „ungebremste Spielfreude“. „Am Figaro fasziniert mich die spielerische Leichtigkeit, die Naivität im Spiel mit den zu dienenden Herrschaften, die ihm am Ende sehr hart begegnen und die positive, verspielte Welt des Figaro für einen Augenblick vielleicht sogar zerstören“, sagt Drell. Beim Musikalischen Theaterfestival Bergkirchen 2016 vom 16. Juli bis 7. August in Lauterbach ist Guido Drell als Don Quijote der Held des Sommers. „Was mir der Don Quichotte über sich verrät, werde ich beim Proben des Stücks bemerken. Faszinierend ist aber wieder der Gegensatz der Figuren, des liebenden Figaro und des einsamen, verschrobenen Don Quijote.“

Geboren wurde Drell 1979 in Mecklenburg-Vorpommern, aufgewachsen ist er in Niedersachsen. Schauspieler zu werden, stand zunächst nicht auf dem Plan. So begeisterte er sich für die Idee, eine Lehre als Goldschmied zu machen und schloss diese nach dem Zivildienst ab. Die Lust am Theater hat ihn gepackt, als Freunde ihn in die „Theaterwerkstatt Bremen“ einluden. Der hoch gewachsene junge Mann spielte in der „Nibelungensage“ den König Gunter. Als eine Kundin aus der Goldschmiede dann zu ihm sagte: „Guido, du bist kein Goldschmied, Du bist Schauspieler!“ war der Weg bereitet. An der Theaterakademie Vorpommern begann er die Ausbildung und „fühlte sich sehr richtig, in dem was er tat“. Dann kam die Liebe ins Spiel und führte ihn nach München. Wie der Titel des Stücks „Der tollste Tag“ sei für ihn das Ankommen in München gewesen: „Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl ,Heimat’ in mir bemerkt“.

Die Liebe verging, aber das Gefühl, „Schauspieler zu werden“ blieb, weil „alles andere keinen Sinn machte“. So bewarb er sich bei TheaterRaum München und wurde genommen.

Ob er eine Lieblingsrolle hat? „Eine Lieblingsrolle habe ich nicht. Was mich antreibt als freier Künstler, ist die Vielfalt. Ich möchte in alle Rollen, Charaktere, Typen hineinschlüpfen und diese auf der Bühne oder Leinwand glaubhaft verkörpern.“ So sei für ihn der Wechsel vom „Tonhofbauern“ aus einem anderen Stück (Sauschlachten) von Turrini zum „Figaro“ weitaus interessanter, als „immer den einen oder anderen Typus Mann zu spielen“. Am Hoftheater gefallen ihm gleich mehrere Dinge: „Die familiäre Atmosphäre kann den Schauspielern einen Schutz bieten, gerade nach der Ausbildung. Im Gegensatz zum Staats- und Stadttheater ist man nicht einer von vielen und verliert sich in der Größe des Hauses.“

Vielleicht sei es aber auch der nächste Schritt hin zu „großen“ Bühnen: „Es gefällt mir die Vielseitigkeit in der Auswahl der Stücke ist, die den Spielplan für das Publikum beleben und interessant gestalten, aber auch für den Schauspieler eine Vielfalt ermöglichen, die er in so kurzer Zeit wohl nirgends geboten bekommt.“

Auch die Möglichkeit, als Sänger zu reifen, sei hier gegeben, es zieht Drell auch als klassischen Sänger auf die Bühne. Nach der Ausbildung zum Schauspieler hat er Gesangsunterricht genommen und fühlt sich „auf einem guten Weg“.

Die Spielstätte des Hoftheaters in dem alten Bauernhof und der damit verbundenen Atmosphäre findet er ebenfalls „sehr geglückt“. Einen weiteren Vorteil biete der Lehrauftrag an den Schulen, den dieses Theater mit „ Neue Werkbühne München“ wahrnehme, um als Schauspieler auch Erfahrung im Tourneetheater zu sammeln.

Außer beim Hoftheater ist Guido Drell unter anderem Mitglied eines freien Ensembles in Augsburg, „Bluespots Productions“, und des „Ensemble - La Vie“ und er arbeitet bei „Post it Productions“ mit. „Ich versuche eben, meinen Wirkungskreis zu erweitern und die Arbeit verschiedenster Regisseure und Bühnenformen und Auftrittsformen kennen zu lernen, was mir wiederum die Vielfalt der Charaktere und Typen und Rollen ermöglicht“.

Sein Fazit lautet: „Ich bin also mehr als zufrieden“.

(ink)

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