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Der Amper-Taler wird eingestampft

Dachau - Sechs Jahre lang hatte der Landkreis Dachau seine eigene Währung. Jetzt wird der Amper-Taler zum Jahresende eingestellt. Er wurde einfach nicht gut genug angenommen.

Etwa zwei- bis dreimal pro Woche kommen Kunden in die Dachauer Frühlingsapotheke und bezahlen ihre Einkäufe mit dem Amper-Taler. Die von Künstlern entworfenen Scheine liegen dort neben dem Euro in der Kasse. Seit sechs Jahren gibt es die Möglickeit, die landkreiseigene Währung als Zahlungsmittel bei teilnehmenden Firmen zu verwenden. Aber damit ist zum Jahresende erst einmal Schluss. Für 2015 wird kein neuer Amper-Taler mehr produziert.

„Leider ist der Amper-Taler nicht so gut angenommen worden, wie wir uns das gewünscht hätten“, sagt Peter Denk, Mitgründer und Vorsitzender des Amper-Taler Regio e.V. Über die Jahre konnten 55 Geschäfte als Teilnehmer gewonnen werden, rund 20 000 Amper-Taler waren laut Denk im Umlauf. Ziel war es, die Wertschöpfung in der Region zu behalten, die Kooperation zwischen Unternehmen und Kunden zu fördern und Zins-Spekulationen zu verhindern. Aber mehr als eine gewisse Akzeptanz konnten die Vereinsmitglieder nicht erreichen. „Ein weiteres Wachstum ließ sich nicht realisieren“, sagt Denk.

Dafür hätte es der Unterstützung durch lokale Vereine bedurft. Weil die aber von Stadt und Banken fleißig gefördert werden, ist das Interesse am Amper-Taler nicht besonders groß gewesen. „Unseren Vereinen geht es zu gut für so was“ bilanziert Denk, „was ja an sich schön ist.“ Bei dem Chiemgauer, dem Vorbild des Amper-Talers, sei das anders gewesen. Dort hat sich das Regiogeld erfolgreich etabliert. Auch die elektronische Zahlungsvariante, die in Dachau ebenfalls eingeführt wurde, wird dort fleißig genutzt.

Doch hier ist die Anfangseuphorie auch bei den Vereinsmitgliedern verflogen. Der viele Aufwand - Infostände, Starterkits, das aufwändige Design der Künstler - konnte nicht verhindern, dass der Amper-Taler nur von einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung wirklich genutzt wird. Deshalb wird es 2015 keinen Neudruck geben. „Im Januar setzen wir uns zusammen und beraten, wie und ob es weitergeht“, sagt Denk. Die elektronische Variante könnte weiterlaufen, wenn sich jemand findet, der die Organisation übernimmt.

Für Peter Denk geht damit ein Experiment zu Ende. „Es ist kein Drama, dass es nicht weitergeht“, sagt er. „Man muss sich auch mal trauen, so einen Versuch zu wagen, auch wenn es dann auf Dauer nicht funktioniert.“ Eine lehrreiche Sache sei das Projekt auf jeden Fall gewesen. Bis zum Jahresende ist der Amper-Taler noch gültig. Bis dahin können alle, die noch die aktuellen Scheine im Geldbeutel haben, damit einkaufen oder das Geld in Euro zurücktauschen.

Dann wird in der Dachauer Frühlingsapotheke und den anderen Akzeptanzstellen wieder ausschließlich mit dem Euro bezahlt. Dr. Thomas Bayer von der Frühlingsapotheke glaubt: „Da wäre mehr drin gewesen.“ Die elektronische Zahlweise ist seiner Meinung nach nicht der richtige Weg gewesen. „Aber ich bin nicht in der Position, um zu kritisieren. Ich habe auch selbst nicht dazu beigetragen, den Amper-Taler zu popularisieren.“

Auch in seiner Apotheke ist es nur eine kleine Gruppe von Kunden, die mit dem Regiogeld bezahlt. Die Idee sei gut gewesen, findet Bayer und sagt: „Es ist einfach schade, dass der Amper-Taler zu wenig genutzt wurde und jetzt so sang- und klanglos untergeht.“

Von Dominik Göttler

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