Amtsgericht Dachau

Falschgeld und Drogen

Fälle wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sind tägliches Geschäft am Amtsgericht Dachau. Außergewöhnlich wird es, wenn noch Falschgeldbesitz dazukommt. Gestern wurde ein 20-jähriger Mann aus dem Dachauer Hinterland verurteilt.

Dachau – Seine Strafe hatte Martin B. (Name geändert) nicht nur durch das Amtsgericht auferlegt bekommen. Im Vorfeld der Verhandlung war er im Herbst 2016 bereits acht Tage in Untersuchungshaft gewesen, was dazu führte, dass er sowohl seine Freundin als auch seinen Ausbildungsplatz verlor. Betroffen schilderte er vor dem Schöffengericht die Erlebnisse der letzten Monate. Anfang des Jahres sei dann noch ein Freund an den Folgen von Drogen gestorben.

Zwischen Juni und August 2016 machte sich Martin B. vier Mal strafbar. Mitte Juni wollte er zusammen mit einem Freund 100 Gramm Marihuana verkaufen und rechnete mit einem Erlös von 800 Euro. Das Geld jedoch sah er nie. So versuchte er mit demselben Komplizen im Juli 1000 Euro Falschgeld in 50 Euro Scheinen an den Mann zu bringen. Dafür bekam B. zwischen 500 und 600 Euro – echte Scheine. Das Falschgeld war nach Angaben von Martin B. jedoch im Druck „nicht scharf“ , es habe ausgesehen, als hätte es in Wasser gelegen. Ein paar Wochen später verkaufte er sowohl 100 Ecstasypillen als auch weitere fünf Gramm Marihuana für insgesamt etwa 350 Euro. Er selbst nehme keine Drogen, sagte B. vor Gericht. Tatsächlich unterzog er sich freiwillig einem Drogentest, der negativ ausfiel.

Nachdem er aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, suchte B. sich eine neue Ausbildungsstelle, die er auch bekam, und therapeutische Hilfe. Sein Mandant sollte in der Therapie aufarbeiten, warum er die Taten begangen hat, sagte der Anwalt des Angeklagten.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe sagte, dass er in Martin B. keine „schädliche Neigung“ mehr erkennen könne. Der „Schuss vor den Bug“ in der U-Haft habe gereicht, um dem jungen Mann klar zu machen, dass er einen anderen Weg einschlagen müsse. Richter Daniel Dorner verhängte eine einjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zusätzlich muss der Angeklagte 1200 Euro an die Brücke zahlen. Eine Bewährungsstrafe sei kein Freispruch, betonte Richter Dorner, „nun haben Sie die Chance, sich zu beweisen.“ Martin B. am Ende der Verhandlung: „Ich schäme mich für das, was ich getan habe!“

dn

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