Viel Witz und Tempo brachte das Freie Landestheater Bayern auf die Bühne. Dabei drehte sich alles um das Blumenmädchen Eliza Doolittle, gespielt von Elisabeth Neuhäusler (Mitte), aus der Professor Higgins, verkörpert von Gunter Sonneson (rechts), mit Hilfe von Hochdeutsch-Kursen eine feine Dame machen will. Foto: sch

Aschenputtel-Zauber auf Bairisch

Karlsfeld - Als Eliza dem Professor vor lauter Wut die Pantoffeln an den Kopf wirft, hat sie ihr Dilemma erkannt: Als Blumenfrau ist sie zu vornehm, aber als feine Lady fehlt ihr das Geld.

Höchst amüsant hat das Freie Landestheater Bayern das Musical „My Fair Lady“ im Bürgerhaus Karlsfeld aufgeführt. Gründer und musikalischer Leiter des Tourneetheaters Rudolf Maier-Kleeblatt, bekannt für gute Aufführungen, und Gunter Sonneson, der nicht nur Regie führte, sondern auch auf der Bühne stand, haben die sonst im Berliner und Wiener Milieu angesiedelte deutsche Fassung ins Bairische übersetzt. Das war nicht nur komisch und regional passend, sondern lieferte auch einen Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion um Wiederbelebung und Erhalt des bairischen Dialekts, auch wenn die Sprache teilweise sehr derb war.

Elisabeth Neuhäusler in der Hauptrolle der kecken Eliza Doolittle war dem Kontrast von Bairisch und Hochdeutsch spielerisch gewachsen (sie ist in Niederbayern aufgewachsen) und durchlief glaubhaft die qualvolle Entwicklung vom gscheerten Straßenfeger zur eleganten Lady. Entnervt brachte sie ihre Verzweiflung über den Kampf mit Vokalen und Konsonanten zum Ausdruck: „I konn’s einfach net“.

Gunter Sonneson überzeugte als blasierter und zynischer Professor, der nicht am Menschen Eliza interessiert ist, sondern ein Geschöpf nach seiner Vorstellung dressieren möchte. (sch)

Auch interessant

Kommentare