Erstes gemeinsames Gruppenfoto der Asylbewerber mit Bürgermeister Harald Mundl (Zweiter vorne von links), Teilen des Helferkreises sowie den Nachbarn. Foto: Nefzger

Angekommen

Weichs - Drei Asylbewerber-Familien aus Albanien sind in Weichs gut aufgenommen worden und fühlen sich wohl.

Auch wenn sie noch nicht lange im Ort sind und praktisch kein Wort Deutsch verstehen - über den Dolmetscher ist zu erfahren, dass sie sich hier recht wohlfühlen: die Asylbewerberfamilien Jusufi aus dem Kosovo mit zwei Söhnen und Zhubi aus Albanien mit vier Kindern (zwei Mädchen, zwei Buben), die seit 7. Mai da sind, und die Familie Rucaj, ebenfalls aus Albanien, die am 1. Juni mit zwei Söhnen ankam.

Die Kinder und Jugendlichen sind zwischen zehn und 18 Jahre alt. In der Rosenstraße bewohnen sie gemeinsam ein vom Landratsamt gemietetes Haus, das mit einfachen Möbeln ausgestattet wurde. Für jede Familie steht ein Stockwerk zur Verfügung. Während die Familie Jusufi eine eigene Küche hat, teilen sich die Familien Zhubi und Rucaj eine.

Fünf der Buben gehen mittlerweile in die Mittelschule Indersdorf und erhalten dort speziellen Deutschunterricht bei einer Fachlehrerin, die besonders für den Sprachunterricht für Ausländer ausgebildet wurde. Sie hat dem Helferkreis Asyl in Weichs berichtet, dass alle Sprachschüler sehr fleißig sind.

Heinrich Fitger, Hauptorganisator im Weichser Helferkreis Asyl: „Die Sprache ist natürlich das Hauptproblem. Die Männer können zwar zum Teil griechisch, weil sie jahrelang in Griechenland gearbeitet haben, aber niemand kann eine der üblichen Fremdsprachen. Wir sind aber in der glücklichen Lage, dass zwei gebürtige Albaner sich bereit erklärt haben, uns als Dolmetscher zu helfen.“ Das sind Albert Kelmendi aus Weichs und Zymreta Kleqka aus Kollbach. Auch der Hauseigentümer hat einen Mitarbeiter, der des Albanischen mächtig ist.

Außerdem haben sich im Helferkreis zwei Gruppen gebildet, die an vier Vormittagen die Woche den Erwachsenen Sprachunterricht geben. Zusätzlich helfen sie an zwei Nachmittagen den Schulkindern, den Schulstoff nachzuarbeiten und zu vertiefen. An dem Unterricht in dem vom ehemaligen Partykeller zum Schulzimmer umfunktionierten Raum nehmen nicht nur die drei Elternpaare, sondern auch die Älteren teil.

Recht positiv verläuft, so ist zu erfahren, das Zusammenleben mit der Nachbarschaft. Es wurden schnell Kontakte geknüpft. Sogar gegenseitige Kaffee-Einladungen hat es schon ergeben.

Und auch der Sport verbindet: Einige Buben nehmen schon fleißig am Fußballtraining des SV Weichs teil.

Bei einem kurzen gemeinsamen Kennenlernentreff kamen kürzlich Bürgermeister Harald Mundl, Vertreter des Helferkreises und auch ein Nachbarsehepaar bei den Asylbewerbern zusammen, die ihre Besucher schon mit einem freundlichen „Guten Tag“ begrüßen konnten.

Bürgermeister Mundl ließ vom Dolmetscher übersetzen, dass man alles tun werde, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Er erinnerte aber auch daran, wie wichtig es für die Eingewöhnung ist, die deutsche Sprache zu lernen. Gerne ließen sich die „heimischen“ Gäste von den „fremden“ Gästen zu einer Tasse Kaffee einladen, während sich die Asylbewerberkinder auf einem großen Trampolin vergnügten, das noch vom Vorbesitzer im Garten stand.

Die Asylbewerber bräuchten noch Fahrräder sowie ferner einen oder zwei SAT-Receiver. Näheres bei der Familie Fitger, Telefon 0 81 36/18 62. (nef)

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