Besuch bei den Asylbewerbern: Rose Kraus (Mitte), Nachbarin Petra Prenntzell (links sitzed), Agnes Weidig von der Beratungsstelle neben Bürgermeister Simon Landmann. Foto: Koch

Aus dem Senegal an die Langwieder Straße

Gröbenried - Zehn Flüchtlinge leben seit einem Monat in Gröbenried - gut aufgenommen und mit dem Nötigsten versorgt.

Seit einem Monat leben in Gröbenried in der Langwieder Straße zehn junge Asylbewerber aus dem Senegal. Von der Gemeinde Bergkirchen und den Nachbarn in Gröbenried sind sie gut aufgenommen und mit dem Nötigsten versorgt worden. Mit einem großen Personenkreis stattete Bürgermeister Simon Landmann ihnen nun einen Besuch ab, um auf die Situation aufmerksam zu machen.

Agnes Weidig von der Beratungsstelle für Asylbewerber und Flüchtlinge im Caritas-Zentrum Dachau, bei der die Fäden für die Koordination von Hilfsangeboten zusammenlaufen, erläuterte den augenblicklichen Stand - und übersetzte, denn die jungen Männer zwischen Anfang 20 und 30 Jahren sprechen Französisch. Deutschkurse sind ihr größtes Anliegen, um sich verständigen zu können und Kontakte zu knüpfen.

Mobilität wurde schon durch Fahrräder geschaffen. Ein Fernseher steht auf der Wunschliste. Diesen Wunsch wird der Gemeindechef erfüllen. Ein Internet-Anschluss als Kontakt zur Außenwelt ist zunächst einmal ein Kostenfaktor und an bestimmte Auflagen geknüpft, generell aber möglich, wie „Hausherr“ Dr. Markus Meckler vom Landratsamt erklärte.

Für die Grundausstattung der Asylbewerber hat bereits der „Engel der Asylanten“, Rose Kraus vom Arbeitskreis Asyl, gesorgt. Sie wird auch weiterhin für Sachspenden zuständig sein. Von den jungen Senegalesen, die sie schon zum siebten Mal besuchte und denen sie immer Kaffee mitbringt, wird sie liebevoll „Mama Rosa“ genannt. Die Verständigung klappt ohne große Worte. Gelegentlich steht Rose Kraus auch eine Dolmetscherin zur Seite.

Die Nachbarn in der Langwieder Straße, Petra und Kurt Prenntzell, haben schon Kontakt zu den jungen Männern geknüpft und Vorschläge zur besseren Integration unterbreitet. Auch das Gröbenrieder Ehepaar Sigrid und Jochen Vetter bringt sich ein.

Neun Monate lang besteht für die Asylbewerber Beschäftigungsverbot. „Wir finden eine Lösung“, so Bürgermeister Simon Landmann, eventuell seien Ein-Euro-Jobs nach Absprache mit den Ämtern möglich.

Als Berufe geben die jungen Männer an, in der Landwirtschaft, als Bäcker, Maurer, Elektriker, Fischer und Verkäufer gearbeitet zu haben. In wieweit sie sportlich bei Rot-Weiß Birkenhof in Eschenried Fuß fassen können, will Vereinsvorsitzender Willi Erhard klären.

Patenschaften sind nach Aussage von Agnes Weidig hilfreich, etwa bei Arztbesuchen und Einkäufen. Diese Aufgabe könne, so erklärte zweite Bürgermeisterin Edith Daschner, die Nachbarschaftshilfe Bergkirchen übernehmen. Simone Kastl-Frisch von der vhs Bergkirchen wird sich um Deutschkurse bemühen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Senegalesen ihr jetziges Domizil vorzeitig verlassen müssen, sei gering, versicherte Dr. Meckler auf eine entsprechende Nachfrage von Kurt Prenntzell hin.

Die Zahl der Bewohner wird sich im Gegenteil, wenn das Haus an der Langwieder Straße erst weiter ausgebaut ist, auf voraussichtlich insgesamt 50 Personen erhöhen. Sie erhalten Zuwendungen etwa in der Höhe der Sätze von Hartz IV. (ink)

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