Bürgermeister Konrad Wagner als Biene verkleidet, umrahmt von der großen Hexenschar. Foto: gh

Auch das Fehlen von Skandalen bestraft

Altomünster - Bereits zum elften Mal besetzten am Unsinnigen Donnerstag die Unterzeitlbacher Hexen das Rathaus in Altomünster.

Für ein paar Stunden war in der Eingangshalle der Teufel los oder genauer ritten die Hexen ihren Tanz, denn alle Büros wurden ausgefegt und die Mitarbeiter mussten mitmachen, ob sie wollten oder nicht.

Bürgermeister Konrad Wagner wurde als honigsüße Biene aus seinem Amtszimmer zitiert und musste natürlich auch für allerlei Unfug herhalten. So wurde ihm von den Hexen ein großer Pokal voll giftgrünem Gebräu serviert, das er gnadenlos austrinken musste, denn wenn sie heuer schon keine Skandale und Entgleisungen gefunden haben, so sollte auch dies bestraft werden.

„Jetzat arbatst aber doch ganz langsam auf die Rent’n hi. Drum werd do in der Gemeinde a koa Unsinn mehr triem“, bemerkten sie in ihrem Hexenlied. Einzig und allein mit den Bauern und dem Flächennutzungsplan „wird net lang verhandelt“, denn so hieß es im Lied weiter „ unser Konrad braucht koane Meinungen, er braucht einfach sei Ruah.“

Manches haben die Hexen aber doch aufgeschnappt. So stellten sie fest, dass in Altomünster gar keine bayrischen Wirte mehr reinkommen, sondern, dass es Italiener sein müssen oder dass man Studenten aus Augsburg braucht, um den Tourismus im Markt zum Blühen zu bringen. Aber sie freuten sich auch, dass ein neuer Pfarrer endlich frischen Wind nach Altomünster bringt und der dürfte dann im Herbst auch eine besondere Leitung zum Himmel haben, dass das historische Markttreiben bei schönem Wetter stattfinden kann. Um dies alles noch zu unterstreichen, fügten sie gar noch eine Hexenlitanei an.

Am Ende und nach einem kräftigen Schluck Hexenwasser überreichten sie dem Bürgermeister wegen seiner „unverdrossenen Hexenfestigkeit“ einen neuen Orden.

Dann aber wurde wieder getanzt, geschunkelt, gelacht und gesungen und endlich mit einem feurigen Gulasch noch eine herzhafte Brotzeit gemacht, bevor die Zeitlbacher Hexen weiterzogen und noch in vielen Geschäften und Betrieben ihr Unwesen trieben.

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