Was wir nicht wollen: Peter Heller erklärt dem Landesvorsitzenden Hubert Weiger und dessen Vorstandskollegen den geplanten Verlauf der Umgehung. Foto: cla

Auch der Landesvorstand des Bund Naturschutz kritisiert Nordost-Umfahrung

Dachau - Bereits seit zehn Jahren fährt der Landesvorstand des Bund Naturschutz in die verschiedenen Kreisgruppen, um sich über deren Arbeit zu informieren. Dieses Jahr kam das Gremium nach Dachau. Es bestärkt die BN-Leute vor Ort im Kampf gegen ein ungeliebtes Großprojekt: die Nordost-Umfahrung.

Auf einer Tour durch den Landkreis konnten sich der Landesvorsitzende Hubert Weiger, seine Stellvertreter Doris Tropper und Sebastian Schönauer und weitere Mitglieder des Landesvorstands ein Bild über die aktuellen Schwerpunkte der Arbeit des Bund Naturschutzes im Landkreis machen. Der seit Jahren andauernde Kampf gegen die Nordost-Umfahrung steht an vorderster Stelle.

Im Gespräch ist eine große Umgehungsstraße für Dachau schon seit Jahrzehnten, laut dem aktuellen Ausbauplan für Staatsstraßen in Bayern könnte das Projekt aber frühestens 2025 realisiert werden. „Die Umgehung ist absolut absurd“, erklärte Dieter Heller, der Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Dachau. Der Bund Naturschutz kritisiert an dem Bauvorhaben zum einen dessen schlechte Umweltverträglichkeit, da für die insgesamt 12,5 Kilometer lange Umfahrung eine Fläche von 27 Hektar zerschnitten werden müsste. „Die seltene Helm-Azurjungfer würde dann zum Beispiel verschwinden“, klagte Heller. Außerdem bezweifelt der BN generell den Sinn der 30 Millionen teuren Umgehungsstraße: „Nach einem Gutachter von Professor Dr. Kurzak würde sich in der Stadt selbst nur eine Entlastung von drei Prozent ergeben“, so Heller.

Der Landesvorsitzende Hubert Weiger bestärkt die Dachauer Naturschützer. „Dieser Fall steht für einen absolut verfehlten Umgang mit Gemeinwohlinteressen“ sagte er. Er hoffe deshalb in Zukunft auf ein Umdenken in der Verkehrspolitik und eine umfassendere Bürgerbeteiligung.

Der Bund Naturschutz selbst sich sieht sich diesbezüglich bereits auf einem guten Weg. „Wir stellen fest, dass wir immer mehr Bürgerentscheide gewinnen“, so Weiger. Auch im Landkreis Dachau konnte schon Erfolge erzielt werden: Bei dem Ratsentscheid bezüglich den Bau eines Gewerbegebiets am Rand von Karlsfeld stimmte die Mehrheit gegen das Vorhaben und somit für die Position des Bund Naturschutzes.

Erste Erfolge von der Arbeit im Bund Naturschutz sind auch schon im Palsweiser-Moos sichtbar. Zwar fehle es dort noch an einem ökologischen Gesamtkonzept, wie Heinz Gibowsky vom Bund Naturschutz Dachau bedauert. Allerdings hätte sich im Grenzgraben zwischen den Palsweiser-Moos und dem Fußberger- Moos, das bereits im Landkreis Fürstenfeldbruck liegt, ein Biber angesiedelt, erklärte Gibowsky. Der Bund Naturschutz erhofft sich dadurch vor allem die Anhebung des Grundwasserspiegels in den Entwässerungsgräben des Fußberg-Mooses. „Die Wiedervernässung der Landschaft ist die einzige Chance, den Klimawandel positiv zu überstehen“, erläuterte Sebastian Schönauer vom Vorstand des Landesverbandes. „Umso bedauernswerter ist es, dass die Bauten immer wieder mutwillig zerstört werden. Das ist nicht in Ordnung und eigentlich sogar illegal“, so Schönauer.

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