Thema Zukunft der Landwirtschaft: Baywa-Chef Klaus Josef Lutz (vorne Mitte), Anton Kreitmair (dahinter) und Johann Mösl (vorne links am Tisch). foto: ost

Die Aussichten werden immer schlechter

Dachau - Der Preisverfall bei landwirtschaftlichen Produkten macht auch den Bauern im Landkreis schwer zu schaffen. Das war auf der Maschinenringversammlung zu hören.

Angesichts der aktuellen Situation sei nun überbetriebliche Zusammenarbeit in der Landwirtschaft wichtiger denn je, denn wo es an den Einnahmen fehlt, müsse zumindest die Ausgabenseite in Schach gehalten werden - das war das Fazit bei der 54. Maschinenring-Mitgliederversammlung im Doll-Saal von Ried.

Mittlerweile 922 Landwirte, immerhin 44 mehr als im Vorjahr, sind nun beim Maschinenring (MR) dabei - und erkennen, dass es Sinn macht, überbetrieblich zusammenzuarbeiten. Dass die Gewinne bei den Bauern stark rückläufig sind, zeigte der Vorsitzende Johann Mösl auf. Er geht von durchschnittlichen Einnahmeverlusten von 20 Prozent aus, „und die Aussichten für das laufende Jahr sind noch schlechter“.

Mösl meint, dass die Landwirte in den Medien als „Sündenböcke“ dargestellt werden. Das habe den Verband der Maschinenringe auf den Plan gerufen, der mit einem vierminütigen Film im Internet eine sogenannte „Stolz-Kampagne“ gestartet hat. Der Film zeuge von einer starken Gemeinschaft und mache deutlich, dass die Welt zur Ernährung der ständig wachsenden Menschheit den Landwirt dringend braucht. Er zeige, dass der Bauer an 365 Tagen im Jahr ohne Überstundenvergütung arbeite, ohne den Dank der Gesellschaft zu haben. Einzelkämpfer gebe es schon lange nicht mehr, nur gemeinsam habe man die Chance, als Bauer zu überleben. Der Verbraucher soll erkennen, dass die Landwirtschaft wirklich gesunde und hochwertige Nahrungsmittel produziert und obendrein die Naturlandschaft pflegt.

Geschäftsführer Michael Reischl zeigtem dass der MR stolz auf seine Leistungen sein kann. 2,1 Millionen Euro betrug der Umsatz im Jahr 2015, so dass letztlich ein Verrechnungswert von 6,35 Millionen Euro entstand. Als Mitgliedsfläche stehen mittlerweile 31 608 Hektar zu Buche. Besonders stark ist der Maschinenring in der Betriebshilfe tätig, hier arbeitet man verstärkt mit dem Bauernverband zusammen. Die soziale Betriebshilfe wurde 2015 bei 95 Einsätzen in 7260 Stunden gewährt. Das ist eine Zunahme von 706 Stunden. Beim MR gibt es 20 nebenberufliche und fünf hauptamtliche Helfer. Drei hauptamtliche Helfer wurden 2015 hinzugewonnen. „Wenn mal in einem Betrieb Not am Mann ist, schicken wir euch nicht weiter, wir finden eine Lösung“, versicherte Reischl.

Die wirtschaftliche Betriebshilfe ist jedoch mit 255 Einsätzen und 11 586 Stunden leicht rückläufig. Das sei in erster Linie darin begründet, dass es immer weniger Bauernhöfe gibt. 63 Mitglieder leisteten Arbeit über den MR, 254 Mitglieder beanspriuchen nur Arbeit, und 256 Mitglieder haben sowohl Arbeit geleistet als auch beansprucht. 487 Mitglieder haben weder Arbeit geleistet, noch beansprucht. Also haben 573 Mitglieder aktiv Maschinenring-Arbeit geleistet, das sind 86 Prozent aller Mitglieder.

Katharina Eisenhofer berichtete über die Tochtergesellschaft, die MR Dienstleistungs-GmbH: Sie war ebenfalls erfolgreich. Der Umsatz im Kerngeschäft dieser GmbH betrug 1,3 Millionen Euro. Zum Gesamtumsatz von 2,1 Millionen Euro hat das Handelsgeschäft für Dieselkraftstoff und Heizöl beigetragen, das sich laut Eisenhofer für jedes Mitglied rentiere. Im Dienstleistungsbereich des Maschinenrings steht der Winterdienst an 165 Objekten mit 46 Auftragnehmern nach wie vor auf Platz 1. Das zweitgrößte Geschäftsfeld ist die Grünflächenpflege. Auch die Baumfällungen, die demnächst am Karlsfelder See beginnen, erfolgen unter der Regie des MR.

Der oberbayerische Bauernverbandspräsident und Landtagsabgeordnete Anton Kreitmair betonte, dass er den MR als „unverzichtbare Einrichtung“ betrachtet. Er rief dazu auf, dass sich der Bauernstand in der Öffentlichkeit besser verkaufen müsse. Denn: Der Verbraucher genieße tagtäglich die von Landwirten geschaffenen, qualitativ hochwertigen Lebensmittel, „und trotzdem verteufelt man moderne Technik in der Landwirtschaft“. Letztlich seien es die Bauern, die Werte in der ländlichen Region erhalten. „Landwirtschaft schafft Heimat“, so Kreitmair.

Dass für die Bauern Heimatliebe allein allerdings nicht ausreicht, betonte der Referent des Abends, Professor Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der Baywa AG. Er hielt einen Vortrag zum Thema „Internationaler Agrarrohstoffhandel und die Bedeutung für die heimische Landwirtschaft“. Lutz zeigte auf, dass das Rußlandembargo gravierende Auswirkungen auf die Preise habe, die Talfahrt an der Börse stark mit dem China-Geschäft zusammenhänge - und die massiv abgestürzten Aktienkurs auch die Baywa betroffen haben. Lutz gab dann auch Mösl und Kreitmair recht, dass die Landwirtschaft ein Imgage-Problem habe, gegen das man gemeinsam ankämpfen muss.

(ost)

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