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Sie haben gut lachen: Die Physik-Schüler des Iganz-Taschner Gymnasiums mit Lehrer Peter Sander (vorne unten) sind für ihre Versuche mit der Crashschlittenbahn ausgezeichnet worden.

Auszeichnung für P-Seminar des ITG

Crash, Boom, Bang! Ein Preis für die Physik-Cracks

Dachau - Crash, Boom, Bang! Im Physik-P-Seminar des Ignaz-Taschner-Gymnasiums hat sich alles um Autos, Unfälle und Verkehrssicherheit gedreht. Jetzt wurden die Schüler ausgezeichnet – als eines der drei besten P-Seminare in Oberbayern-West.

„Wenn wir Glück haben, schaffen wir es sogar noch zum besten P-Seminar aus ganz Bayern“, hofft Lehrer Peter Sander. Zwei Jahre lang haben seine zwölf Schüler des Physik-P-Seminars des Ignaz-Taschner-Gymnasiums nicht nur einen Schlitten für Seitencrashversuche entworfen, auch ein Film wurde gedreht, ein Journal geschrieben, Aufgaben für Zehntklässler ausgedacht, Hochgeschwindigskeitsaufnahmen gefilmt und ausgewertet. Die Mühe hat sich gelohnt: Das Kultusministerium hat das Projekt in den Räumen der Firma Autoliv ausgezeichnet.

 Langweilig wurde den Schülern die vergangenen zwei Jahre im Seminar jedenfalls nicht. Mit Hilfe der Firma Autoliv konnten die Schüler ihren Seitenschlitten nicht nur auf dem Papier konstruieren, sondern ihn auch tatsächlich bauen. Auf der Miniatur-Crash-Anlage, die bereits vor acht Jahren von ITG-Schülern in Kooperation mit Autoliv gebaut worden war, kann mit dem neuen Element nun auch ein Zusammenstoß von der Seite nachgestellt werden. „Ohne die großartige Kooperation mit Autoliv wäre das Projekt nie zustande gekommen“, sagt Peter Sander. 

Und auch die Schüler sind glücklich, dass sie in Physik auch praktisch tätig sein konnten: „Der Bau des Seitencrashelements war wirklich toll. Wir haben gelernt zu fräsen und zu plotten“, sagt Florian Fritz. Der Sitz des Seitencrashers nämlich ist nicht gefräst, nicht geschnitzt, nicht geschliffen: „Plotten, das bedeutet etwas mit einem 3D-Drucker herstellen.“ Mit ihrem Crashsimulator holten die Schüler schon einen Preis: Bei Vision-Ing 21, dem  Wettbewerb für den mathematisch und naturwissenschaftlichen Unterricht, schafften sie es auf Platz 3. 

Und wenn es nach den Schülern ginge, dann hätten sie auf jeden Fall noch einen Preis verdient: die goldene Kamera. Denn ihr etwa zweiminütiger Film hat wirklich alles, was ein guter Film so braucht: Action, Humor, großartige Schauspieler. Auf Kinderautos sitzend, stoßen die Schüler immer wieder zusammen, eines der Autos explodiert sogar im Film. Und auch eine Super-Mario-Bananen-Schale sorgt für ein mächtiges Unfallszenario. 

Verena Püschel war vom Projekt begeistert. Sie war eines von drei Mädchen, die sich für das Physik-Seminar angemeldet hatten. „Ich fand es toll, etwas Praktisches zu machen. Etwas, das Alltagsbezug hat.“ Denn im Journal haben die Schüler unter anderem untersucht, welche Verletzungen bei einem Unfall passieren können. „Ich wusste zum Beispiel nicht, dass ein Seitencrash gegen eine Laterne schon bei 30 Stundenkilometern tödlich enden kann“, erzählt sie.

„Ich habe mich für den Kurs angemeldet, weil ich dachte, wir würden gemeinsam Seifenkisten bauen“, schmunzelt einer der Schüler. Aber die Enttäuschung wich schnell: Denn auch das eigentliche Thema habe ihm viel Spaß gemacht. 

Die zwölf ITGler wissen nun nicht nur alles über Löten und Plotten, die Newtonschen Gesetze und die Gefahren beim Autofahren: Sie haben auch sehr viel zusammen gelacht. So kann Schule eben auch Spaß machen.

Regina Peter

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