Das Autogeschäft brummt

Dachau - Die Abwrackprämie schiebt auch im Landkreis Dachau den Umsatz kräftig an

Die staatliche Umweltprämie – umgangssprachlich besser bekannt als „Abwrackprämie“ – sorgt seit ihrer Einführung im Januar bundesweit für ein starkes Umsatzplus bei den Autohändlern. Auch im Landkreis bringt die Konjunkturmaßnahme trotz der Wirtschaftskrise steigende Verkaufszahlen.

„Im Vergleich zu den letzten zwei Jahren ist der Umsatz schon gewaltig gestiegen“, bestätigt Uwe Driever von Auto Faber in Dachau. Da die staatlichen Gelder für die Prämie bereits mehr als zur Hälfte ausgezahlt wurden, erwarte man durch den Ansturm auf die restlichen Fördermittel auch weiterhin gute Verkäufe.

Michael Dahl, Geschäftsführer von Auto Bulle, kommt zu einem ähnlichen Fazit. Die Prämie wirke sich „durchweg positiv“ auf das Geschäftsklima aus. Sowohl Neu- als auch Jahreswagen fänden großen Absatz.

Vor allem im Kleinwagensegment würde sich die Umweltprämie bemerkbar machen, so Kai Henkies vom Autohaus Rapp. „Die Premiummarken profitieren eher weniger“, meint Henkies. Ansonsten könne man aber nicht pauschal sagen, welche Fahrzeuge am meisten verkauft würden. Dadurch, dass viele Hersteller noch zusätzliche Prämien beim Kauf eines Neuwagens anbieten, würden auch nicht nur die ansonsten günstigeren Jahreswagen gekauft.

Bei aller Freude über die Umweltprämie gibt es auch Kritikpunkte. Das für die Auszahlung zuständige Bundesamt für Wirtschaft sei mitunter wegen des großen Andrangs überfordert, erklärt Peter Braun, Inhaber des gleichnamigen Autohauses. „Für viele Kunden ist die Prämie das Kernstück der Finanzierung ihres neuen Fahrzeugs.“ Bei den jetzigen Bearbeitungszeiten der Anträge müsse man zu lange auf die Gelder warten.

Der von manchen befürchtete Einbruch im Werkstattgeschäft durch weniger Altfahrzeuge blieb indes bis jetzt aus. „Eine gute Werkstatt hat immer Kunden“, so Peter Auracher von Auto Rauscher. Michael Dahl teilt diese Einschätzung. Umsatzeinbußen im Werkstattgeschäft würden sich kaum bemerkbar machen: „Das ist eher zweitrangig.“

Die Werkstätten der Autohäuser hätten zudem weniger unter einem Rückgang reparaturanfälliger, älterer Fahrzeuge zu leiden, findet Uwe Driever. „Das betrifft schon eher die unabhängigen, kleineren Kfz-Werkstätten.“

Ein solcher Betrieb ist Auto Böck in Schwabhausen. Doch auch hier spürt man keinen Umsatzeinbruch. „Unsere Auslastung ist nach wie vor gut“, meint Geschäftsführer Thomas Ehm. Für eine Prognose sei es aber, zwei Monate nach Einführung der Umweltprämie, noch zu früh. „Wir müssen abwarten, wie das Jahr weiterhin verläuft“, so Ehm. (mar)

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