Rot-weiß schlägt ihr Herz, rot und weiß sind auch die Dachauer Stadtfarben. Dass aber „Dachau“ zu lesen ist auf Fahnen und Schals, passt der UEFA nicht. Gunnar Hielscher (links) und Sebastian Kölbl können das nicht verstehen. Foto: cb

Bayern-Fans haben Probleme mit der UEFA - weil sie aus Dachau sind

Dachau - Die Mitglieder von Dachau City ’95 sind ganz normale Fußballfans, sie begleiten den FC Bayern zu allen Spielen. Die UEFA sieht das anders. Für sie sind die Dachauer keine normalen Fans. Weil sie aus Dachau sind.

Die Fahnen des Clubs zeigen stets den Schriftzug „Dachau City ’95“ und das Club-Logo, manchmal auch das Stadtwappen oder ein Bild der Altstadt - mehr nicht. Doch wegen dieser Fahnen stellt der europäische Fußballverband UEFA dieFCB-Anhänger völlig grundlos in die rechte Ecke.

Beim Champions-League-Finale des FC Bayern gegen Inter Mailand im Mai in Madrid mussten die Dachauer ihren Schriftzug überkleben, bei einem Spiel der Nationalmannschaft in San Marino wäre ihre Fahne beinahe auf dem Müll gelandet. Nur mit Mühe bekamen sie ihr Banner zurück - nach der Partie, versteht sich.

Doch nicht nur die UEFA und die Ordner in San Marino reagieren reichlich plump auf die Dachauer Fans. Auch von anderen Stadionbesuchern gibt es immer wieder Anfeindungen. Auch sie haben offensichtlich die simple Gedankenkette: Dachau = KZ = Neonazis. Ganz schlichte Gemüter lassen sich zusammen mit der Fahne fotografieren, „nur weil sie sich am nationalsozialistischen Ruch unserer Stadt erfreuen“, so Sebastian Kölbl. Er und seine Freunde sind die Sache leid. Sie wollen einfach ihren FCB anfeuern und ein gutes Spiel sehen, denn sie sind nur eines: Fußballfans, die im Landkreis Dachau wohnen. (mm)

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