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Behinderte und nichtbehinderte Menschen gestalten gemeinsam den Ort

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Gemeinsam den Ort gestalten: Einweihung der Vierkirchener Wohngruppe „Monika“. foto: ch
Gemeinsam den Ort gestalten: Einweihung der Vierkirchener Wohngruppe „Monika“. foto: ch

Vierkirchen - Eine neue Form der Bürgerbeteiligung plant Vierkirchen. Behinderte und nichtbehinderte Menschen sollen Hand in Hand den Ort gestalten - etwa ein Café einrichten oder gemeinsam Sport treiben.

Für die Mitarbeit bei dem Projekt lokaler Teilhabekreis sucht die Gemeinde Vierkirchen Menschen mit und ohne Behinderung, die gemeinsam Aktionen durchführen. „Der Kreis soll sich regelmäßig einmal im Monat treffen, erstmals im Januar, bei Bedarf häufiger“, meint die Ansprechpartnerin und Netzwerkmanagerin der Gemeinde, Martina Tschirge.

„Bei der neuen Form der Bürgerbeteiligung geht es darum, Menschen, die aus Großeinrichtungen der Behindertenhilfe wie beispielsweise dem Franziskuswerk in die Gemeinde ziehen, zu helfen, damit diese in ihrer neuen Umgebung rasch integriert werden“, sagt Claudia Staben-Obst. Sie leitet die Kontaktstelle für Sozialraumorientierung und freiwilliges Engagement für das gesamte Franziskuswerk. Das bundesweite Projekt wurde von der Caritas ins Leben gerufen.

Menschen mit Behinderung sollen an dem kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Leben im Ort teilhaben. Darüber hinaus sollen sie die Möglichkeit bekommen, das Gemeinwesen aktiv mitzugestalten und Menschen ohne Behinderung auf Augenhöhe zu begegnen. Mögliche Aktionen sind zum Beispiel das Ramadama, die Einrichtung eines Cafés oder die Erstellung eines Wegweisers für Menschen mit Handicap. Wünschenswert wäre auch die Integration der Menschen mit Behinderung in Vereinen. „Auch sie wollen und können sich ehrenamtlich engagieren“, betont Staben-Obst in ihrem Aufruf in der jüngsten Ausgabe von „Vierkirchen aktuell“.

Zurzeit leben vier Wohngruppen aus Schönbrunn in verschiedenen Mietobjekten in Vierkirchen. Die rund 40 Frauen und Männer im Alter von 20 bis etwa 50 Jahren sind geistig leicht behindert und bewältigen zum Teil ihren Alltag und Beruf völlig selbstständig. Bei Bedarf helfen Betreuer der Wohngruppen beim Einkaufen, Kochen oder beim Haushalt. Die Bewohner sind in den verschiedenen Werkstätten in Schönbrunn beschäftigt. Ein Arbeitsplatz am Wohnort wurde bereits im Edeka-Supermarkt in Esterhofen geschaffen.

Das erste Treffen des Teilhabekreises soll im Januar stattfinden.

Martina Tschirge nimmt Meldungen unter Telefon 0 81 39/ 93 14 29 entgegen.

Cornelia Hartmuth

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