Bernward Schröter legt sein Amt nieder

Dachau - Schon wieder Wirbel um die Zukunft der Kliniken: Bernward Schröter, seit Juni 2011 an der Spitze der Amper Kliniken AG, legte sein Amt nieder.

„Bernward Schröter hat sein Amt als Mitglied des Vorstands der Amper Kliniken AG zum 31. Dezember 2014 niedergelegt.“ Das ließ die Helios Kliniken GmbH gestern über Heiko Leske mitteilen, den Regionalleiter Unternehmenskommunikation und Marketing. Zu den Gründen sei Stillschweigen vereinbart worden.

„Ihm wurde die Pistole auf die Brust gelegt“: Das vermutet Claus-Dieter Möbs. „Über die Gründe kann ich nur spekulieren“, so der Betriebsratsvorsitzender der Helios-Amperklinik AG. „Vermutlich wurde Schröter nahegelegt, das Klinikum zu verlassen - denn freiwillig hat er das nie getan.“

Es ist allgemein bekannt, dass Bernward Schröter auf der Seite des Personals stand. Der 61-Jährige hat sich dafür eingesetzt, die Mitarbeiter besser zu bezahlen, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Erst Ende September, als die Mitarbeiter der Helios Kliniken GmbH während der Tarifverhandlungen eine „streikende Mittagspause“ einlegten, sagte Bernward Schröter zu der Protestaktion: „Das ist völlig legitim und ihr gutes Recht.“ Schröter war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Schröter kam am 1. Juni 2011 als Vorstandsvorsitzender der Amper Kliniken AG. Im August 2014, nachdem die Helios Kliniken Gmbh die Rhön-Kliniken Dachau und Indersdorf übernommen hatte, wurde ein neuer Vorstandsvorsitzender präsentiert: Martin Jonas, zugleich Regionalgeschäftsführer Bayern der Helios Klinken GmbH. Der alte Vorstandsvorsitzende Bernward Schröter firmierte von da an als Vorstand.

Schröter hatte ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern. Etwa 950 Personen arbeiten bei der Helios-Amperklinik AG mit den Krankenhäusern in Dachau und Indersdorf. „In den Augen von Helios war Schröter ein sehr unbequemer Vorstand“, sagt Claus-Dieter Möbs. Dinge, die für Schröters Gewissen nicht vereinbar waren, habe dieser auch nicht mitgetragen, so Möbs. Schröter habe die Helios-Philosophie nicht mitgetragen, weil diese konträt zum Versorgungsaufwand stehe, die die Kliniken in Dachau und Indersdorf für die Region leisten müssen.

Ein Beispiel: die Küche, die sich derzeit im Bau befindet. Wie es mit der kulinarischen Versorgung der Patienten weitergeht, steht in den Sternen. Seit mehreren Monaten bangen etwa 40 Angestellte um ihre Arbeitsstelle. Es gibt diese Varianten: Die Küche bleibt in Dachau, versorgt das Klinikum Pasing mit - oder die Pasinger Küche versorgt Dachau. Konkrete Aussagen zur Zukunft der Küche gibt es nach wie vor nicht.

Ob der Rücktritt von Schröter mit einem geplanten Stellenabbau zu tun hat? „Es wird immer geprüft, wie das Haus sich aufstellt“, so Pressesprecher Heiko Leske. „Der Markt verändert sich ja auch ständig.“ Ziel von Veränderungen sei grundsätzlich, etwas zu verbessern und das Unternehmen zu vergrößern - und Personal einzustellen. Um einen Stellenabbau gehe es „nicht primär, bei Einzelmaßnahmen sei es allerdings möglich, dass auch Stellen wegfallen“, so Leske.

Solche Pläne hätte Schröter vermutlich nicht mitgetragen. „Wir haben schon lange geahnt, dass da etwas passiert“, sagt Möbs. „Er war mit Herzblut bei der Klinik und hat sich um unser Wohl gekümmert. Er würde niemals von heute auf morgen das Handtuch schmeißen.“ Fest steht: „Es ist eine Aktion, die die Klinik sehr trifft.“

Landrat Stefan Löwl, der Mitglied des Aufsichtsrats des Klinikums ist, wusste vom Fortgang von Schröter. Löwl bedauert, dass sich Schröter nicht mehr einbringen wird. „Er hat sich ein hohes Renommee erarbeitet. Wir hatten ein gutes Verhältnis“, so Löwl. Die Hintergründe wollte der Landrat nicht kommentieren.

Vorstandsvorsitzender Martin Jonas wird die Geschäfte vorübergehend führen. „Der Aufsichtsrat wird umgehend auf die Suche nach einem neuen Vorstand gehen“, so Leske. Möbs geht davon aus, dass es jemand sein wird, „der völlig konform ist“.

Nikola Obermeier

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