Vor dem Kastenfenster aus dem Jahr 1909: Klaus-Jürgen Sonnabend (l.) und Erich Frisch. Foto: np

Berufliche Wohngemeinschaft der Dachauer Strafrichter

Dachau - Stefan Käsbohrer, Lukas Neubeck und Olaf Grundmann, die Strafrichter des Dachauer Amtsgerichts, teilen sich derzeit ein Zimmer. Grund: der Umbau des ersten Hauptgebäudes.

Denn die Dachauer Gerichtsgebäude werden von Grund auf saniert. Das Gebäude in der Schlossstraße ist bereits fertig, der Umbau des etwas tiefer gelegenen Gebäudes in der Schlossgasse 1 beginnt in dieser Woche. Bis zur Fertigstellung im Herbst kommenden Jahres müssen sich also die drei Gerichte – Straf-, Familien- und Zivilgericht – die Räume in der Schlossstraße teilen.

Exakt 100 Jahre alt ist das Dachauer Gerichtsgebäude auf dem Schlossberg – und ursprünglich wurde es als Gefängnis verwendet. „Früher saßen in den Zimmern die Sträflinge, heute die Richter“, sagt Klaus-Jürgen Sonnabend, Direktor am Amtsgericht. Bis 1955 waren hier die Häftlinge untergebracht, nach der Zentralisierung der Gefängnisse zogen das Grundbuchamt und das Nachlassgericht ins Gebäude ein. Nach dem kompletten Umbau der beiden Gebäude soll zukünftig das Zivil- und Familiengericht in der Schlossstraße seinen Sitz haben.

Und für diesen Zweck hat das Gebäude eine komplette Renovierung erhalten. Der Eingangsbereich wurde in ein weiträumiges Foyer verwandelt, daneben sind zwei Sitzungssäle mit Blick auf die Altstadt entstanden. Dazu mussten Böden und Fenster ausgetauscht werden – und auch das Dach ist neu. Die neue Außenfarbe lässt das Haus frisch aussehen: Die Fensterrahmen strahlen petrolfarben, der Putz ist im zarten Hellblau gehalten – ganz ähnlich dem Rauffer-Haus in der Altstadt, denn, so Sonnabend, man habe Farben ausgesucht, die den Putzfarben aus der Entstehungszeit des Gebäudes ähnlich sehen.

Das staatliche Bauamt Freising wollte bei der Sanierung das alte Gebäude weitgehend erhalten. Gut, die Gitter vor den Fenstern mussten schon aus Brandschutzgründen weichen, dafür aber ist der Fliesenboden hinter der Eingangstür geblieben, ebenso die Granitstufen im Treppenhaus, die schmiedeisernen Geländer und die Eingangstüren. Sogar ein Kastenfenster aus dem Jahr 1909 ist mitsamt dem Messinghebel und -knäufen geblieben.

Nun muss nur noch das zweite Gebäude fertig werden – geplant ist laut dem zuständigen freien Architekten Christian Endter, dass das Gebäude in der Schlossgasse bis Herbst kommenden Jahres fertig ist. (np)

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