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So sehen die Wagen der Teerkolonne aus. Ein Leser fotografierte den verdächtigen Kipplaster.

Betrüger auch im Landkreis Dachau unterwegs

Vorsicht, Teerkolonne!

Landkreis – Wo geteert wird, da stinkt’s. Manchmal riecht’s aber schon, bevor geteert wird – und zwar nach Betrug. In Kaltmühle bei Hebertshausen hat ein Mann einer Anwohnerin angeboten, dessen Einfahrt zu teeren. Die Polizei kennt die Masche der britischen Teerkolonne und mahnt zur Vorsicht.

„Die Nummer ist nichts Neues, die gibt es seit Jahren“, sagt Björn Scheid von der Polizei in Dachau. Arbeiter, die mit Fahrzeugen mit britischen Kennzeichen unterwegs sind, bieten den Bürgern an der Haustür an, deren Einfahrten zu teeren. Aber Vorsicht: „Die Arbeiten werden mit miserabler Qualität und zu völlig überhöhten Preisen durchgeführt“, warnt der Polizeihauptkommissar. 

Im Landkreis Starnberg war in den vergangenen Tagen ein solcher Laster unterwegs. Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen fiel vor kurzem ein Landwirt aus Egling auf die Masche der Teerbetrüger herein. Die Männer klingelten und unterbreiteten ein günstiges Angebot, weil nach Arbeiten in der Nähe Teer übrig geblieben sei. Als der Mann von einem Nachbarn gewarnt worden war und sich im Internet schlau machte, wurde er skeptisch. Zurecht, denn wenige Tage später bildeten sich bei Regen starke Risse, die Schicht weichte auf. Das Urteil des Eglinger Landwirtes: „Pfusch.“ Weswegen er auch gleich die Polizei einschaltete. „Große Chancen habe ich aber wohl nicht“, so der mit Teer geleimte Bürger. Von der vermeintlichen Firma fehle jede Spur. 

In dem Fall in Kaltmühle, das zur Gemeinde Hebersthausen gehört, klingelte am Donnerstag ein Mann an der Tür einer Leserin. Er berichtete in akzentfreiem Deutsch, dass bei Arbeiten Teer übrig geblieben sei und er die Straße teeren könne. Der wie ein Arbeiter Gekleidete sei mit einem Kastenwagen mit britischem Kennzeichen gekommen, so die Leserin. Als sie darauf hinwies, dass es sich hier um eine Gemeindestraße handle, behauptete der Mann, dass der Bürgermeister bereits informiert sei. Er wollte wiederkommen – was er nicht tat. 

Der Dachauer Polizei sind aktuell noch keine weiteren Fälle bekannt. Aber sie warnt grundsätzlich vor Haustürgeschäften. „Diese Form des Betrugs gibt es beispielsweise auch bei Dachsanierungen oder ähnlichem. Früher waren es die Scherenschleifer, die ihre Dienste an der Tür anboten. Meistens sind diese Geschäfte nicht seriös“, weiß Scheid. „Wenn jemand klingelt und Geschäfte anbietet, sollte man diese abweisen und keinesfalls Arbeiten durchführen lassen.

Conny Kirmaier

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