Himmlischer Dienstbote: Josef Siedersberger alias Engel Aloisius. Foto: fz

Bewaffnet mit Harfe und scharfer Zunge

Niederroth - Gewandet in ein blau-weiß gerautetes Negligee, behütet mit seiner roten Dienstmütze und ausgerüstet mit seiner Harfe kam der Engel Aloisius nach einjähriger Pause heuer zum achten Mal ins Niederrother Sportheim.

Nachdem der himmlische Dienstbote genügend Zeit hatte, von seiner Wolke herunter die Niederrother zu beobachten, sah er so manche Begebenheit, die einige lieber schnell vergessen hätten. In seiner über einstündigen Rede „derbleckte“ Josef Siedersberger alias Aloisius im voll besetzten Sportheim Politiker, Vereine und die hohe Geistlichkeit.

Aber auch Themen aus der großen Politik wie etwa die Bankenkrise fehlen nicht in seiner Starkbierrede. Zu Gast war unter anderem die lokale Politprominenz, allen voran Bürgermeister Josef Kreitmeir, das Indersdorfer Faschingskomitee, Pfarrer Franz Xaver Gröppmair, zahlreiche Sportvereinsmitglieder und Niederrother.

Auf den bevorstehenden Geburtstag von Josef Kreitmeir bezogen, fragte Engel Aloisius, ob die CSU schon einen Entlassungsantrag gestellt hat, wo doch Ministerpräsident Horst Seehofer bereits alle über Sechzigjährigen rausgeworfen hat.

Aloisius monierte die langen Gemeinderatssitzungen und schlug vor, den Sitzungssaal mit Stehsesseln auszustatten. Das hilft gegen Verspannungen, es gibt keine Müdigkeitsanfälle mehr, die Konzentration und Lernfähigkeit steigen und vor allem werden die Sitzungszeiten kürzer, weil „dem Weigl Schorsch bald die Füße weh tun und er nimmer bei jedem Satz seinen Senf dazu gibt.“ Zur Bebauung des Klosterbrauerei-Areals schimpfte der Dienstbote, dass die jetzige Lösung schon vor fünf Jahren möglich gewesen wäre und dann keine teuren Anwälte bezahlt werden müssten.

Nicht fehlen durften in Aloisius Starkbierrede einige amüsante Geschichten aus dem Niederrother Dorfleben. So beobachtete er auf seiner Wolke, wie bei einer Versammlung des Kriegervereins der Vorsitzende Georg Hefele unglücklich einen Treppensturz hinlegte aber doch glücklicherweise sanft und sicher in den Armen einer jungen Frau landete. Der himmlische Bote wusste von der Rettungsaktion des Wettl Sepp, dem seine Sau davongelaufen ist, und vom umgeworfenen Spritzfassl.

Für Thomas Seethaler blieb es beim Versuch, wegen des vergessenen Haustürschlüssels über das Kellerfenster einzusteigen, und beim Feuerwehrausflug mussten einige Floriansjünger auf einem Autobahnrastplatz einem dringenden Bedürfnis nachgehen. Nicht alle Spritzenmänner schafften den Weg auf die Toilette, so auch der Baumann Toni. Er „löschte“ kurzerhand im Freien, was zwei Polizeibeamte auf den Plan rief, die von dem Feuerwehler 20 Euro Strafe kassierten.(fz)

Auch interessant

Kommentare