Bezirksmedaille für Dorothea Heiser und Dr. Manfred Moosauer

Dachau - Zwei Persönlichkeiten im Bereich Kultur, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer hat jetzt Persönlichkeiten, die sich im Bereich Kultur in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben, mit der Bezirksmedaille ausgezeichnet. Darunter sind zwei Persönlichkeiten aus dem Landkreis Dachau: Dorothea Heiser aus Dachau und Dr. Manfred Moosauer aus Haimhausen.

Dorothea Heiser hat sich laut Mederer sowohl im sozialen als auch kulturellen Bereich besonders eingesetzt. Als die gebürtige Berlinerin und Journalistin vor über 30 Jahren nach Dachau zog, begann sie, sich intensiv mit der Geschichte des Ortes auseinander zu setzen. Heiser machte sich auf die Suche nach Überlebenden des Konzentrationslagers. Ihr Vorhaben, diese Menschen und deren Angehörige nach Dachau einzuladen, stieß nicht überall auf Verständnis.

Dabei entdeckte sie auch Gedichte von KZ-Häftlingen. Sie hat diese 1994 gemeinsam mit den Biografien von Überlebenden und Toten des Konzentrationslagers in der Anthologie „Mein Schatten in Dachau“ herausgegeben. Rund zehn Jahre später folgte das „Tagebuch der Liebe“.

Seit Jahren kämpft Dorothea Heiser zudem für mehr Selbständigkeit und Integration von Autisten in Deutschland. So hat sie eine Theatergruppe gegründet, in der auch ihr eigener Sohn aktiv ist. Im Jahr 2002 gründete Dorothea Heiser die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Autismus-Syndrom und 2008 das „Autismuskompetenzzentrum Oberbayern“ in München.

Dr. Moosauer wurde für sein ehrenamtliches Engagement auf dem Gebiet der Archäologie geehrt. Seine Entdeckungen haben laut Mederer „das Bild der Geschichte grundsätzlich verändert“. Der langjährige Gemeinderat und leidenschaftliche Hobby-Archäologe hat auf der Suche nach Spuren früher Eisenverhüttung in einer Kiesgrube nördlich von Freising gemeinsam mit Traudl Bachmaier 1994 die Bronzezeit-Stadt Bernstorf-Kranzberg entdeckt – so blieb diese einzigartige Kulturstätte erhalten, die von einem geplanten Kiesabbau bedroht war.

Durch einen glücklichen Umstand wurde Manfred Moosauer 1998 bei seinen archäologischen Arbeiten „belohnt“. Denn er förderte dabei den Goldschatz von Bernstorf zu Tage: mehrere Schmuckanhänger, ein Diadem und die älteste Krone Mitteleuropas, alles aus nahezu reinem Gold. Alle Ergebnisse stehen im Buch „Bernstorf – das Geheimnis der Bronzezeit“, das Moosauer mit Bachmaier verfasst hat. (mm)

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