Besorgte Naturschützer (v.l.): BN-Chef Willi Pein, Bernhard Wildmoser, Josef Nagl und Bernhard Graf, Pächter der Haniel-Jagd in Haimhausen. Foto: siglinde haaf

Biber entwickeln sich zu einer Plage

Haimhausen - Positives, aber auch Negatives beschäftigte die Mitglieder des Bund Naturschutz in Haimhausen bei ihrer Hauptversammlung.

Der Bund Naturschutz freut sich über das Interesse der Kinder im Ort, das war das Erfreuliche. Auf vier Gruppen sind 70 Kinder verteilt, und aufgrund steigender Anmeldungen überlegt man die Gründung einer weiteren Gruppe.

Weniger erfreulich war der Bericht des Biberberaters Josef Nagl. Von der Landkreisgrenze zu Freising bis Ampermoching zählte er mehr als 50 Biberburgen. Geht man von vier bis fünf Bewohnern je Burg aus, ergeben sich damit mindestens 200 Biber im Gemeindegebiet Haimhausen. „Das sind einfach zu viele Biber auf dieser Fläche. Da sie im Amperbereich keinen Platz mehr haben, weichen sie nun auf Gräben, wie den Saumgraben oder den Schwebelbach, aus,“ informierte Nagl. Dies geschieht wiederum zum Leidwesen der Bauern, deren Felder in der Nähe solcher Gräben liegen.

Bernhard Wildmoser sprach als Betroffener für diese Landwirte: „Die Biber stauen die Bäche auf, so dass das Wasser über die Ufer tritt. Im Frühjahr, wenn die Böden noch gefroren sind und warme Tage die Schneeschmelze vorantreiben, sind unsere Felder komplett überflutet.“ Durch die hohe Bodenfeuchtigkeit sinken schwere Maschinen und Traktoren so weit in den Boden ein, dass diese Felder nicht mehr bearbeitbar sind.

Eine weitere Folge dieser Überschwemmungen ist die Pilzbildung an Pflanzen und Getreide. Damit wird die Ernte unbrauchbar. Auf diese Weise lösen die Biber existentielle Schäden bei den Bauern aus. Da keine Abschussmöglichkeit besteht, bleibt den betroffenen Landwirten mit ihren unwillkommenen Gästen nur der Weg zum Landratsamt, um ihre Schäden dort anzumelden. Inwieweit diese erstattet werden, damit der Bauer noch einen kleinen Gewinn aus einer Ackerfläche erzielt, ist nicht garantiert. (sh)

Auch interessant

Kommentare