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Das sagen die User zum Dachauer Radl-Streit

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Verkehrschaos: Viele Radfahrer fühlen sich auf Radwegen, wie hier an der Münchner Straße, nicht sicher. Foto: Habschied
Verkehrschaos: Viele Radfahrer fühlen sich auf Radwegen, wie hier an der Münchner Straße, nicht sicher. © Habschied

Dachau - Es war nur eine unscheinbare Klage am Bayerischen Verwaltungsgericht: Ein Radfahrer will die blauen Schilder weghaben. Doch mit diesem Wunsch hat der Dachauer offensichtlich vielen Radfahrern aus dem Herzen gesprochen - und ebenso viele Autofahrer zutiefst verärgert.

Der Dachauer ist vor das Bayerische Verwaltungsgericht gezogen, weil er nicht mehr auf den Radwegen fahren will. Sondern auf der Fahrbahn. Nun musste die Gemeinde Bergkirchen die Schilder von Feldgeding nach Gada und im Gada-Gebiet erst einmal abnehmen - zunächst wegen eines Verwaltungsfehlers.

Doch die Vorsitzende Richterin deutete schon an, dass die Gemeinde auch in Zukunft Schwierigkeiten damit bekommen könnte, einen Grund zu finden, die Radwege als benutzungspflichtig auszuweisen. Auch die Experten sind sich bei dem Thema nicht einig (siehe Umfrage unten). Und auf unserer Internetseite www.merkur-online.de ist auf jenen Artikel hin ein großer Streit ausgebrochen.

Stromberg etwa schreibt: „Toll, es siege der Egoismus! Und die Autofahrer dürfen nun wieder - trotz vorhandenem Radweg - den Radfahrern hinterherschnarchen, bis sie überholen können.“ Dem hält Dirk Hohensohn entgegen: „Der gemeinsame Geh- und Radweg ist für beide, Fußgänger und Radfahrer, unzumutbar, weil man nicht wirklich fahren darf, nur hinter den Fußgängern hertrotten.“ Und daraufhin wettert ein Gast: „Und gleich nach den Radwegen schaffen wir auch wieder die Fußwege ab: Ein Fußgänger darf sich wohl kaum in Sicherheit wiegen, wenn doch an jeder Hausausfahrt diese massive Gefahr droht, dass er überfahren wird.“ Rolf merkt an, dass man „bei der Radwegeplanung die Radfahrer fragen sollte. Diese müssen und sollen sie schließlich auch benutzen - und nicht die Autofahrer.“ ThomasDieWespe entgegnet: „Die Mehrheit der Radfahrer wird sehr wohl die Radwege sehr gerne benutzen.“ Zum Thema Politik und Verwaltung sagt Woifi: „Ich weiß aus der Kommunalpolitik, wie vehement Radler Radwege fordern.“ Seikilos betont aber: „Die Gemeinde hat es sich schlicht zu einfach gemacht.“ Und Ano Nimm urteilt darüber: „Die Verwaltung ist nicht in der Lage, wirklich zu beurteilen, was der Sicherheit der Leute dient.“

Stimmen zum Streit

Karl Englmann,

Kreisverkehrswacht:

„Dieser Streit schwelt schon seit langem. Der Gesetzgeber hat sich hier um eine eindeutige Lösung gedrückt. Im Prinzip aber ist der Radweg auf jeden Fall sicherer. Ich bin in München aufgewachsen und jahrelang dort Rad gefahren - wenn es so gefährlich wäre, auf den Radwegen, wäre ich ja schon hundertmal tot. Man muss eben vorausschauend fahren.“

Volker C. Koch,

Verkehrsreferent (SPD):

„Innerhalb der Stadt ist es eine andere Situation als zwischen Bergkirchen und Gada. Die neue Philosophie lautet aber grundsätzlich: Da, wo es geht, soll der Radfahrer auf der Straße fahren, damit er im Blickfeld des Autofahrers ist. Und dort, wo es zu gefährlich ist, müssen wir sichere Radverbindungen schaffen. Aber da sind wir in Dachau auf einem gutem Weg.“

Michael Richter,

Polizei Dachau:

„Mittlerweile prüft man jeden Einzelfall. Im Stadtgebiet kann es Fälle geben, in denen eine Benutzungspflicht nicht sinnvoll ist. Aber außerorts lauern einfach weniger Gefahren auf den Radwegen. An jenem Weg in der Gemeinde Bergkirchen befürworten wir die Pflicht absolut - das ist eine gefährliche Stelle, da sind wir uns mit der Gemeinde einig.“

Rainer Endreß,

ADFC Dachau:

„Überall besteht die Tendenz, dass die Radwegepflicht abgeschafft wird. Wenn eine Gemeinde jetzt anfängt, Schilder aufzustellen, ist sie einfach nicht richtig informiert. Ziel heute ist: Radfahrer auf die Straße, wo es nur irgendwo geht. Die Benutzungspflicht ist im Prinzip innerorts aufgehoben. Nur dort, wo es wirklich gefährlich ist, soll sie weiterhin bleiben.“

Nina Praun

Die Stadt München hebt die Nutzungspflicht für einige Radwege auf. Lesen Sie hier weiter und stimmen Sie ab!

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