Dieser Anblick wird nun bleiben: Der Wasserturm wird an Ort und Stelle saniert. foto: np

Und er bleibt doch

Dachau - Vor einem Jahr hieß es noch: Er wird abgebaut. Nun aber wird er doch stehen bleiben. Und zwar für immer. Die Rede ist vom Wasserturm am ehemaligen MD-Gelände - einem Bauwerk, an dem sich die Geister eindeutig scheiden.

„Das Ding bleibt stehen.“ Das verlautbarte Bauamtsleiter Michael Simon in der jüngsten Sitzung des Dachauer Bauausschusses. Mit dem „Ding“ war der Wasserturm auf dem Gelände der ehemaligen MD-Papierfabrik gemeint. Der sinnbildlich für die Zeit steht, in der Dachau eine Industriestadt war. Der für viele kaum aus dem Stadtbild wegzudenken ist. Und deshalb für einige ein Industrie-Denkmal darstellt - unter anderem für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Seit drei Jahren versucht die Stadt nun, den Erhalt des Turms zu sichern - nach einem Grundsatz-Beschluss auf Anraten des damaligen Stadtrats Dominik Härtl (CSU).

Denn die Zeit und Witterung hatten intensiv an dem 1951 errichteten Gebäude genagt, so dass ein Gutachten im vergangenen Jahr „mangelnde Standsicherheit“ und „Einsturzgefahr diagnostiziert hatte. Die Gutachter empfohlen deshalb, den Turm abzubauen und in einer Werkstatt die Einzelteile zu restaurieren. Dies hätte neben hohen Kosten bedeutet, dass der Wasserturm, zumindest zeitweise, aus dem Stadtbild verschwindet. Oder für immer, was einige Politiker zudem fürchteten: Dass der Turm nach dem Abbau einfach irgendwo in einer Lagerhalle verrotten würde - es ist kein Geheimnis, dass der Geschäftsführer der Dachau Entwicklungsgesellschaft, der Investorin auf dem Gelände, kein großer Fan des Bauwerks ist.

Doch nun können Nostalgiker offenbar aufatmen. Denn es kommt alles ganz anders: eine Sanierung an Ort und Stelle. Und warum? Weil es wohl billiger ist. Zwischen 400 000 und 600 000 Euro häte die Sanierung mit Abbau gekostet, die Sanierung am stehenden Turm wird wohl 200 000 Euro kosten.

Aljoscha Huber und

Nina Praun

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