Luger Elmer möchte in Weichs ein Carsharing einführen.   foto: nef

Wird Weichs erste Carsharing-Gemeinde?

Weichs - In Weichs steht die Gründung eines Vereins im Raum, um als erste Gemeinde des Landkreises Dachau ein so genanntes Carsharing anzubieten.

Wird Weichs die erste Gemeinde im Landkreis, in der Carsharing angeboten wird? Wenn es nach Ludger Elmer geht, ja. Der 68-Jährige, der seit mehreren Jahrzehnten mit seiner Familie in Weichs lebt und aktuell Lehrbeauftragter an der Hochschule München für Projektmanagement ist, plant seit einiger Zeit, in Weichs ein Carsharing einzurichten.

Carsharing bedeute, wie Elmer erklärt, dass mehrere Personen sich ein Auto teilen - „damit werden insgesamt weniger Autos benötigt, und es müssen weniger produziert werden“.

Elmer: „Weil etwa 20 Prozent des im Lebenslauf eines Autos verursachten CO2- Ausstoßes bei der Produktion des Fahrzeugs entstehen, reduziert sich entsprechend die Umweltbelastung. Zudem sind etwa drei Viertel der Kosten eines Autos fixe Kosten, fallen also an, unabhängig von der Nutzung“. Wer am Carsharing teilnimmt, kann also preiswerter Auto fahren, bei gleicher Leistung und geringerer Umweltbelastung, ist Elmer überzeugt.

Er verweist auf bayerische Gemeinden wie Vaterstatten (VAT - Vaterstettener Auto-Teiler e.V.) oder Amerang (Ameranger Autogemeinschaft - AmAG e.V.), wo jeweils durch einen Verein das Carsharing organisiert wird.

Nach Elmers Vorstellungen könnten die Mitglieder eines solchen Vereins in Weichs mit einer einmaligen Einlage (die bei Austritt zurückerstattet wird) von 600 Euro (wie in Vaterstetten) und Gebühren von z.B. 0,25 Euro pro Kilometer inklusive Benzinkosten für Kleinwagen oder für z.B. 0,40 Euro/km für einen Transporter die Fahrzeuge nutzen. Zudem würde eine zeitbezogene Pauschale erhoben. Abgerechnet werden könnte im Viertelstundentakt. Elmer: „Carsharing ist wesentlich preiswerter als der Besitz eines Autos. Der ADAC beziffert die Kosten von Neuwagen deutlich über 50 Cent je Kilometer. Carsharing wird heute in vielen Fällen für weniger als 30 Cent je Kilometer angeboten“.

In Weichs könnte er sich das Carsharing so vorstellen, dass ein oder mehrere Pkws zentral geparkt werden und zur Verfügung stehen. Die Autos würden gebucht über das Internet, im Fahrtenbuch wird die tatsächliche Nutzung aufgeschrieben, bezahlt wird im monatlichen oder im Quartals-Rhythmus.

Aktuell gibt es vier bekannte Interessenten. Um einen Verein zu gründen, bräuchte man aber mindestens zehn Mitglieder, sagt Elmer. „Carsharing würde sich aber auch schon für zwei Personen rentieren, dann halt ohne Verein“. Für Ende Januar plant er eine Informationsveranstaltung. Wer Interesse hat und bereits vorab Auskünfte wünscht, kann sich schon jetzt unter Telefon 0 81 36/ 9 25 51 oder per Mail unter ludger.elmer@arcor.de melden.

Bürgermeister Harald Mundl sieht auf Nachfrage der Dachauer Nachrichten das geplante Carsharing als rein private Initiative, die seiner Meinung nach nur über einen eingetragenen Verein und nicht über die Gemeinde organisiert werden kann. (nef)

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