Geschlossen in die Zukunft: Die neue Vorstandschaft der Kreis-CSU erhielt eine hohe Zustimmung. Von links Stefan Huber, Stefan Handl, Sylvia Podewils, Hansjörg Christmann, Tobias Stephan, Bernhard Seidenath und Robert Simm. Auf dem Bild fehlt Maria Riedlberger. Foto: MIchael Betz

Christmanns Ära geht langsam zu Ende

Dachau - Hansjörg Christmann ist seit 20 Jahren Kreisvorsitzender der CSU, seit mehr als 30 Jahren Landrat. Die Ära Christmann aber geht nun langsam zu Ende.

Aus der Kreis-Delegiertenversammlung der CSU am Wochenende in Dachau wurden zwei Botschaften an das Parteivolk und die Wähler ausgesandt. Zum einen demonstriert die Partei nach einigen schwierigen Jahren demonstrative Geschlossenheit mit sensationellen Wahlergebnissen; zum anderen muss sich die CSU langsam aber sicher auch die Nach-Ära Christmann einstellen.

Der Vorsitzende, seit nunmehr zwei Jahrzehnten an der Spitze der Partei, will in der jetzigen Amtszeit seine Nachfolge regeln und auch noch Ausschau halten, wer denn 2014 im Landratsamt für die CSU den Posten gewinnen kann, denn zu diesem Zeitpunkt muss er dann nach 37(!) Jahren aus Altersgründen ausscheiden.

Während sich beim Partei-Vorsitz schon eine ganz klare Richtung erkennen lässt, ist das Rennen um den Posten des Landrats-Kandidaten noch völlig offen. Auch die Wahlen vom Wochenende brachten da keinen Fingerzeig.

Am Partei-Vorsitz nach Christmann führt hingegen kein Weg am neuen Stern am CSU-Himmel vorbei. 100 Prozent der Delegierten-Stimmen für den Thätter-Nachfolger im Maximilianeum, Bernhard Seidenath, sind ein Ergebnis für einen Partei-Vize, wie man es noch nicht einmal aus Lerchenberger- und Kauppe-Zeiten kannte. Seidenath, vor etwas mehr als einem Jahr als Außenseiter gestartet, sich gegen drei andere, damals noch namhaftere, Partei-Freunde durchgesetzt, hat in wenigen Monaten im Bayerischen Landtag, vor allem aber beim Parteivolk, Punkte ohne Ende gesammelt. 141 von 141 Stimmen – ein Traumergebnis für den Abgeordneten.

Aber auch Maria Riedlberger als weitere Partei-Vize (sie fehlte aus privaten Gründen bei der Wahl) musste nur zwei Nein-Stimmen „ertragen“, 98,5 Prozent Ja-Stimmen zeigen auch hier, wie geschlossen die Union diesmal auftreten wollte. Auch Partei-Chef Hansjörg Christmann kann mit 91,4 Prozent (128 Ja-Stimmen bei zwölf Nein-Stimmen) auf ein hervorragendes Ergebnis verweisen. Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze einer Partei sei dies ein Vertrauensbeweis, mit dem er nicht gerechnet habe. „Man muss schließlich an der Spitze einer Partei auch manch unangenehme Entscheidung treffen“, war Christmann sichtlich zufrieden.

Gegen die beiden weiteren amtierenden Stellvertreter (Stefan Handl aus Karlsfeld, Tobias Stephan aus Dachau und für die JU) trat jeweils Pfaffenhofens Bürgermeister Helmut Zech an, der in beiden Fällen ein akzeptables Ergebnis erzielte, aber halt nur „zweiter Sieger“ blieb. Handl setzte sich mit 102 zu 40 Stimmen durch, Stephan mit 77 zu 44.

Schatzmeister Stefan Huber (Petershausen) hingegen kann es mit Seidenath aufnehmen. Auch auf ihn entfielen 100 Prozent der Stimmen, was ihn nach der Wahl dazu animierte eindringlich zu sagen: „Jetzt komme ich schneller auf jene Ortsverbände zu, die noch nicht ihren Beitrag an den Kreisverband entrichtet haben.“ Einen Wechsel gab es bei den beiden Schriftführern der Partei. Wolfgang Offenbeck (Karlsfeld) und Tanja Ladenburg (Erdweg) kandidierten nicht mehr, dafür übernehmen mit Sylvia Podewils (Erdweg) und Robert Simm (Altomünster) zwei der jüngsten Vertreter der Partei dieses Amt.

Kurt Göttler

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