Wappnet sich für den Ansturm: Wirt Norbert Pfündl und Wirtin Tina sitzen noch verlassen in ih rem Biergarten, aber das soll sich ab Vatertag ändern. Bis dahin sind auf jeden Fall für 120 Gäste Tische und Bänke aufgestellt. foto: ost

Ab Montag dürfen Biergärten mit strengen Vorschriften wieder aufsperren

Die Wirtsleute im Landkreis geben sich sehr viel Mühe

Am Montag dürfen die Biergärten öffnen, Die Wirtsleute im Landkreis Dachau geben sich sehr viel Mühe, um den Gästen den Aufenthalt in ihrem Biergarten schmackhaft zu machen. Aber: Die Gäste selbst haben viel zu beachten!

Landkreis – Der schöne Biergarten an der Gast- und Tafernwirtschaft in Niederdorf (Gemeinde Hilgertshausen-Tandern) will wieder öffnen. Zwar nicht schon am Montag, 18. Mai, aber am Vatertag, 21. Mai. Gastwirt Norbert Pfündl ist schon seit längerem dabei, die Vorschriften zu wälzen und kommt nun zu dem Schluss: „Mit ein bisschen mehr Personal sind die Auflagen schon einzuhalten.“

Pfündl glaubt nicht, dass es schon am Eröffnungstag einen Riesenansturm geben wird und hält deshalb sein To-go-Angebot aufrecht. Um die notwendigen Abstände in dem unter normalen Umständen für 450 Personen ausgelegten Biergarten einhalten zu können, will Pfündl nur für 120 Gäste bestuhlen. Das Besteck steht nicht mehr offen in einem Bierkrügerl am Tisch, das bringt die Bedienung mit. Die Gäste finden auch keine Speisekarte am Tisch, lediglich ein bedrucktes Blatt Papier wird aufgehängt. Den Gästen werden die Tische zugewiesen, im Übrigen bittet Pfündl auf Hinweisschildern um die Einhaltung der Hygienevorschriften.

Bevor es zu einem Besucherwechsel an den Biertischen kommt, werde ausnahmslos desinfiziert. Pfündl glaubt, auch die notwendige Lösung fürs WC gefunden zu haben, indem er bei den Männern jedes zweite Pissoir sperrt und so den gesetzlich geforderten Mindestabstand erreicht. Bei den Damen darf ohnehin nur jeweils eine Person das WC betreten. Wie es mit dem großen Spielplatz ausschaut, wegen dem bekanntlich viele Familien mit Kindern nach Niederdorf kommen, will Pfündl noch klären. Die Frage sei, ob die Eigenverantwortung der Eltern für die Nutzung durch die Kinder ausreiche.

Lisa Mages vom Gasthaus Freudenhaus in Kleinberghofen öffnet den Biergarten am Dienstag, 19. Mai. Dafür hat sie ein ausgefeiltes Konzept. Es gibt ausgewiesene Familientische und es wird – wegen des nötigen Abstands – nur jeder zweite Tisch im Garten besetzt. Außerdem werden nur zwei der drei möglichen Zugänge in den Biergarten geöffnet: der, der durchs Haus führt, und der auf der linken Seite. Hintergrund: Dort sind jeweils Handdesinfektionsbehälter angebracht.

Lisa Mages bittet ihre Gäste zudem, am Eingang zu warten, bis sie platziert werden, und die Tische nicht zu verrücken. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 14.30 Uhr sowie von 17 bis 20 Uhr. Am Vatertag ist der Freudenhaus-Biergarten durchgehend geöffnet, falls das Wetter schön ist. Es wird gebeten, zu reservieren und mit Mund-Nasenschutz zu kommen. Dieser muss beim Betreten und Verlassen des Biergartens und beim Toilettengang getragen werden.

Der Biergarten des Gasthofs Kapplerbräu wird am kommenden Montag ebenfalls aufgemacht. „Meine Mitarbeiter und ich beraten aber erst am Wochenende ein Konzept, um genauestens die geforderten Abstände einzuhalten“, so Anton Wiedemann vom Kapplerbräu. Man habe ja schließlich einen „schönen großen Innenhof“. Die Öffnungszeiten finden sich auf der Homepage des Kapplerbräu.

Für den Dachauer Drei-Rosen-Wirt Reinhard Hörmann gleicht die Öffnung seines Biergartens am Montag quasi einem Abenteuer. „Wir haben sehr große Auflagen vom Gesundheitsamt bekommen, dazu noch Anweisungen vom Gaststättenverband“, meint er. Und die gelte es erst einmal unter einen Hut zu bekommen. Hörmann schätzt, dass er die Hälfte seiner Tische aufstellen kann. Somit könnten rund 100 Gäste kommen. Ob sich das finanziell lohnt, könne er natürlich noch nicht sagen. Fakt ist, dass er extra Personal engagieren wird. Schließlich gelte es, die Gäste bei der Ankunft im Drei Rosen zu registrieren und später zu kontrollieren, ob sich diese auch an die Regeln halten. Und nicht zu vergessen: die permanente Überwachung der Hygienevorschriften überall im Lokal.

Um den von der Krise schwer getroffenen Gastronomen am Montag einen möglichst guten Start zu ermöglichen, wollen die Behörden den Wirten so gut es geht beistehen. Wie Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann zuletzt gegenüber der Heimatzeitung erklärte, hätten viele Wirte bei der Stadtverwaltung angefragt, ob und wie sie ihre Freiflächen maximal ausnutzen könnten. Die Stadt, versprach Hartmann, habe dieses Thema äußerst „kulant“ gehandhabt.  ost/sas/zim/zip

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