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Drei Corona-Fälle gibt es derzeit im Landkreis Dachau.

Schul- und Kitaschließungen im Landkeis Dachau

Corona bringt berufstätige Eltern in Not

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Die weltweite Corona-Epidemie bringt auch das Familienleben zahlreicher Stadt- und Landkreisbürger mächtig durcheinander. Die Schul- und Kita-Schließungen in Dachau und Schwabhausen stellen vor allem berufstätige Eltern vor Herausforderungen.

Dachau – Für berufstätige Eltern war das Jahr 2020 bislang kein Gutes. Vor ziemlich genau vier Wochen, als Orkantief „Sabine“ über den Landkreis gefegt und deshalb am 10. Februar die Schule ausgefallen war, mussten sie sich schon einmal um eine kurzfristige Beaufsichtigung ihres Nachwuchses kümmern. Und nun, aufgrund der weltweiten Corona-Epidemie, ist der Notfall erneut eingetreten – nur dass diesmal kein Ende absehbar ist.

Seit Freitag ist die FOS in Karlsfeld geschlossen, ebenso – seit gestern – die Klosterschule beziehungsweise die Hortgruppen des Klosterkindergartens und der Kita Udldinger Tausendfüßler in Dachau sowie vier Klassen der Grundschule Schwabhausen. Das Corona-Virus breitet sich im Landkreis Dachau aus. Wie berichtet, sind zwei FOS-Schüler sowie ein Kind erkrankt.

In Schwabhausen meldete sich eine Lehrerin, die während der Faschingsferien drei Tage in Südtirol geurlaubt hatte, mit Halsschmerzen am Sonntag bei Schulleiterin Daniela Artmann. Die befragte daraufhin die zuständigen Fachstellen, mit dem Ergebnis, dass die Schule diejenigen Klassen, die Kontakt mit der Lehrerin hatten, vorsorglich solange nicht zur Schule gehen lässt, bis ein entsprechender Corona-Test die Gesundheit der Lehrkraft bestätigt. Die Tatsache, dass nur vier Klassen geschlossen wurden, führte dabei zur kuriosen Situation, dass in manchen Familien ein Kind zuhause bleiben darf, während das andere in die Schule muss. Klar, gibt Artmann zu, habe diese am Sonntagnachmittag kommunizierte Regelung zu „Nachfragen“ unter Eltern geführt. Am Ende hätten sich die meisten Mütter aber „sehr einsichtig“ gezeigt.

In Dachau traf die Schließung die Familien ebenfalls unvermittelt. Eine Mutter, die angesichts wildester Gerüchte innerhalb der Elternschaft nicht mit Namen in der Zeitung stehen will, gibt zu, „Glück“ zu haben: „Ich baue gerade Überstunden ab, drum kann ich diese Woche zuhause bleiben.“ In den Faschingsferien war die Familie noch zum Skifahren in Südtirol, vergangene Woche hätten beide Kinder noch normal die Klosterschule und den Klosterkindergarten besucht. Anweisungen, wie sie die Zeit zuhause mit den Kindern nun verbringen soll, habe es bislang nicht gegeben. Deswegen hätten sie und ihr Mann „beschlossen, dass wir keinen Besuch bekommen und unsere Kinder auch nirgendwohin zum Spielen gehen. Glücklicherweise haben wir einen Garten“.

Eine andere Mutter, deren jüngeres Kind ebenfalls die Klosterschule besucht und die aus Angst vor den Reaktionen besorgter Eltern ebenfalls um Anonymität bittet – arbeitet derzeit von zuhause aus. Sollte die Schulschließung noch länger andauern, würde ab kommender Woche ihr Mann ins Home Office wechseln. Das ältere Kind des Paars besucht eine Schule in einer Landkreisgemeinde und hat weiter normal Unterricht. Wie gestaltet sich nun den Alltag der Kinder? „Solange es keine offizielle Quarantäne gibt, machen wir ganz normal weiter.“ Im Fall dieser Familie bedeutet das: Ein weiteres Kind von der Klosterschule, dessen Eltern arbeiten müssen, verbringt seine Vormittage derzeit bei der Frau. Für sie sei diese Hilfe „selbstverständlich“.

Das Fehlen einer expliziten Verhaltensanweisung während der Schul- und Kitaschließung rechtfertigen sowohl Landratsamtssprecher Wolfgang Reichelt als auch Schulleiterin Artmann mit gesundem Menschenverstand, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein: „Wenn ein Kind nicht fit ist, sollte es zuhause bleiben. Das gilt eigentlich immer, aber jetzt im Moment erwarte ich das doppelt“, so Artmann.

Mitgefühl erwarten die Verantwortlichen übrigens auch von Arbeitgebern. Denn: Eltern, deren Kinder von der Schließung betroffen, aber nicht krank sind, bekommen keine Krankschreibung vom Arzt. Tagesmütter und Horte dürfen jedoch nicht in Anspruch genommen werden. Schulleiterin Artmann hofft daher auf die Kreativität der Eltern und das Entgegenkommen der Chefs. Bei „Sabine“ hätte dies auch funktioniert: Für 246 ihrer insgesamt 247 Schulkinder sei damals eine Betreuung organisiert worden.

Das Landratsamt Dachau bietet ab dem heutigen Dienstag, 9 Uhr, ein Corona-Bürgertelefon unter 0 81 31/7 42 50 an. Dort gibt es allgemeine Infos zur aktuellen Lage im Landkreis, Schulschließungen sowie Verhaltensempfehlungen und Auskünfte zu zuständigen Fachstellen. Eine medizinische Beratung erfolgt nicht!

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