Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg

Sparkassen prüfen Fusion

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Dachau - Die Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen streben eine Fusion an. Nachdem das Brucker Geldinstitut schon länger die Überlegungen hegt, stehen nun auch Dachau und Landsberg dem Vorhaben offen gegenüber. Das Ergebnis könnte eine Großbank in der Region Amper-Lech sein.

Die Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen prüfen die Option, gemeinsam eine größere Einheit in der Region Amper-Lech zu schaffen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Mittwochnachmittag. Die Sparkassenlandschaft im Großraum München wird einerseits von den beiden Münchener Sparkassen bestimmt. Im Nordwesten agieren die Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten. Eine dritte Kraft in der Region Amper-Lech würde „der Dynamik des gemeinsamen Wirtschaftsraums noch besser gerecht“ werden, heißt es in dem Schreiben. 

„Die steigenden Kundenbedürfnisse und Herausforderungen des Wettbewerbs bei immer schneller sich verändernden Rahmenbedingungen erfordern deshalb auch strukturelle Anpassungen“, erklären die Verwaltungsratsvorsitzenden der drei Häuser, Landrat Stefan Löwl für Dachau, Landrat Thomas Karmasin für Fürstenfeldbruck und Oberbürgermeister Mathias Neuner für Landsberg-Dießen sowie die drei Vorstandsvorsitzenden, Hermann Krenn, Klaus Knörr und Thomas Krautwald. 

Gründe für die Überlegungen sind niedrige Zinsen, hohe regulatorische Anforderungen, eine Fortschreitung der Digitalisierung sowie der demographische Wandel.  Wie Landrat Stefan Löwl auf Nachfrage sagte, steht „das Sparkassen-Genossenschaftswesen vor immer größeren Herausforderungen. Aus diesem Grund haben die drei Verwaltungsräte beschlossen, Potenziale einer Fusion zu untersuchen.“ 

In der Pressemitteilung werden die drei Verwaltungsratsvorsitzenden so zitiert: „Wir wollen die erforderlichen Anpassungsprozesse aktiv gestalten und haben deshalb eine grundsätzlich positive Haltung zu einer Fusion der drei Sparkassen. Die Gespräche sollen zeitnah ergebnisoffen aufgenommen werden. Es gilt nun, ein konkretes Gesamtkonzept für eine mögliche Fusion als fundierte Entscheidungsgrundlage für die zuständigen Gremien in den nächsten Monaten zu erarbeiten.“ Die Verwaltungsräte der Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen haben diesem Vorgehen einstimmig zugestimmt. 

Löwl betonte, dass es nicht darum gehe, „durch Schrumpfung Kosten einzusparen und damit die wirtschaftlich schwierige Situation durchzustehen, sondern die Potenziale im Großraum München durch Synergieeffekte zu heben.“ Was das bedeute, könne man noch nicht sagen. Für eine genauere Erklärung der Beweggründe verwies Löwl gestern auf den Vorstandsvorsitzenden Hermann Krenn, genau wie die Verwaltungsratsmitglieder Anton Kerle, Franz Obesser und Florian Hartmann. Allerdings war Krenn gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Klaus Knörr, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Fürstenfeldbruck, sagte auf Nachfrage, dass die Fusion seit mehreren Jahren eine Option für die Brucker Bank sei. Neu sei nun, dass auch die anderen Sparkassen darüber nachdenken. Der Prüfprozess werde völlig ergebnisoffen verlaufen. Vor- und Nachteile seien abzuwägen. 

Noch vor einem Jahr hatte die Sparkasse Dachau auf Nachfrage mitgeteilt, dass es derzeit keine Überlegungen für einen Zusammenschluss gebe. Das hat sich nun geändert: Wie der Fürstenfeldbrucker Landrat Thomas Karmasin sagte, sei die Übereinstimmung der drei Banken, diesen Schritt zu prüfen, groß. Die Sparkassen befänden sich wirtschaftlich und strategisch in keiner leichten Position. Das liege auch an der wachsenden Bürokratie. Man könne nur an der Kostenschraube drehen. 

Angesichts der Fusion etwa der Sparkassen Ebersberg, Starnberg und Kreis-München könnte die Fusion im Münchner Westen ein Gegengewicht erzeugen. Es bestehe die Gefahr, dass man eines Tages alleine dastehe. Karmasin betonte auch, dass dies erst der Startschuss für Gespräche ist. Die drei Sparkassen wollen sich jetzt alle Zahlen vorlegen. Wenn dabei ein Einsparpotenzial zu erkennen sei, solle der Prozess fortgesetzt werden. Um jeden Preis werde es die Fusion aber nicht geben. 

Auch die als sehr gut aufgestellt geltende Dachauer Sparkasse sei laut Karmasin der Überzeugung, dass es besser sei, auf Dauer nicht allein zu sein. Zeitlichen Druck gebe es nicht. „Wir werden uns Zeit nehmen.“ In etwa einem halben Jahr könne die fachliche Prüfung abgeschlossen sein. Dann wisse man mehr.

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