1. Startseite
  2. Lokales
  3. Dachau
  4. Lkr. Dachau

Damit weniger Kinder verunglücken

Erstellt:

Kommentare

Dachau - Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern unter 15 Jahren ist laut einer Statistik in Stadt und Landkreis Dachau überdurchschnittlich hoch. Das soll sich jetzt ändern.

Dachau wurde als eine von vier Gemeinden für den Regierungsbezirk Oberbayern ausgewählt, um ein Maßnahmepaket gegen Unfälle mit Kindern zu entwickeln.

218 Verkehrsunfälle mit Kindern haben sich laut Statistik der Polizei Dachau im Zeitraum von 2004 bis 2012 ereignet. Darunter gab es 215 Leichtverletzte, 33 Schwerverletzte und eine Tote. Polizeihauptkommissar Richard Wacht erklärt: „Seit 2004 ist die Zahl der Gesamtunfälle um etwa 500 gestiegen. Und auch die Verkehrsdichte in Dachau hat immer mehr zugenommen. Dennoch ist die Zahl der Kinder, die in einen Verkehrsunfall verwickelt waren, weitgehend konstant geblieben - und nicht etwa schlimmer geworden.“

Im Jahr 2012 kam es zu 4289 Verkehrsunfällen insgesamt, in 28 Fällen waren Kinder involviert. „Unsere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit greifen bereits. Stetig versuchen wir die Zahl der Unfälle zu minimieren.“

So nun auch mit dem entwickelten Maßnahmepaket, um Verkehrsunfällen bei Kindern entgegenzuwirken: Es umfasst sowohl bauliche, polizeiliche als auch verkehrsrechtliche Maßnahmen. Konkret für 2014 sind zum Beispiel die Installation eines regelmäßigen Rad-Aktionstages und ein Runder Tisch mit dem Schwerpunktthema Unfallvermeidung geplant. Die Polizei übt für die Fahrradausbildung an Grundschulen mit den Kindern sowohl auf dem Verkehrsübungsplatz als auch im wirklichen Straßenverkehr.

Baulich soll eine Mittelinsel am Ortseingang Weblinger Weg gebaut werden, um den Radverkehr zwischen dem Zweirichtungsradweg außerorts und den Autos auf der Fahrbahn zu verknüpfen. Bei uneinsichtigen Kreuzungen, an denen der Fahrradfahrer vorfahrtsberechtigt ist, sollen die Sichtdreiecke verbessert werden. Das Sichtdreieck ist das Sichtfeld, das ein Verkehrsteilnehmer zur Verfügung hat, wenn er von einer untergeordneten in eine übergeordnete Straße einbiegt. Ein Beispiel hierfür ist die Kreuzung Schleißheimer Straße/Frühlingsstraße: Dort wurden die Büsche bereits entfernt, um so die Sicht auf die Kreuzung zu verbessern.

Am gefährlichsten ist es für Kinder, die mit dem Rad unterwegs sind. Von 2004 bis 2010 ereigneten sich 129 Fahrradunfälle mit Kindern. 61 Prozent dieser Unfälle sind laut Statistik der Dachauer Polizei vom Autofahrer verursacht worden. Aber diese Zahl ist mit Vorsicht zu genießen: Wenn ein Radler zum Beispiel auf der falschen Fahrbahn und/oder ohne Licht unterwegs ist, zählt das als Verwarnungstatbestand. Übersieht ein Autofahrer so den Radler und missachtet die Vorfahrt, ist dies eine Vorfahrtsverletzung und macht den Autofahrer damit zum Unfallhauptverursacher. „Es ist also nicht zwingend der Autofahrer der Alleinverursacher.“ Nicht nur verschärfte Radarkontrollen, sondern auch Geisterradler will die Polizei deshalb verstärkt kontrollieren.

Am sichersten sind die Kinder auf dem Weg zur Schule: Denn nur 17 Prozent aller Unfälle passieren auf dem Schulweg. „Wir aktualiseren laufend die Schulwegpläne der vier Dachauer Grundschulen und teilen den Eltern mit, was der sicherste Weg für ihre Kinder in die Schule ist“, erklärt Richard Wacht. Um auch diese Zahl weiter zu minimieren, werden in diesem Jahr verstärkt Schulweghelfer angeworben.

reg

Auch interessant

Kommentare